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Die Zeit – Wirtschaft : »Väter nicht an den Pranger stellen«

Der Familienforscher Hans Bertram über das neue Unterhaltsrecht, berufstätige Mütter und Freiheit in der Ehe

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Bernhard Schlink: Die Heimkehr (2006) 3/5 (2)

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Wann Peter Debauer begann, sich über den Wunsch seiner Großeltern hinweg zu setzen, weiß er gar nicht mehr genau. Vielleicht war es in jenem Sommer, als die junge Lucia ihn in die Waschküche lockt, um ihm ihr Geschlecht zu zeigen und ihn damit erwachsener werden ließ. Vielleicht war es aber auch nur aus Langeweile, während einer öden Schulstunde. So oder so hat er sich Jahre lang an das Verbot gehalten, die Rückseite der Blätter nicht zu lesen, die ihm Oma und Opa während der Ferien bei ihnen in der Schweiz zum Schreiben und Malen überlassen hatten. Dort fanden sich die Druckfahnen der Heftchenreihe „Romane zur Freude und zur guten Unterhaltung“, die die alten Leute nach allerlei Irrungen und Wirrungen ihres harten und entbehrungsreichen Lebens im Alter redigierten.

So oder so: Irgendwann dreht Peter die Blätter um. Er liest die Geschichte der Rückkehr eines Soldaten aus Sibirien, die ihn seltsam berührt. Er liest, wie der Mann plötzlich vor der heimischen Haustür steht, wo ihn seine Frau mit einem fremden Kind und einem fremden Mann an ihrer Seite entgegen tritt. Doch dann bricht die Erzählung ab, weil Peter die restlichen Seiten schon weggeworfen hat. Erst Jahre später fällt sie ihm wieder ein, macht sich der Ich-Erzähler auf die Suche nach dem Autor des Romans, um dessen Ende zu erfahren. Eine Reise in die Geschichte — auch die eigene Vergangenheit — beginnt…

Seit seinem Überraschungs-Bestseller Der Vorleser ist der gelernte Jurist und Berliner Autor Bernhard Schlink der Spezialist für verschüttete Biographien, die sich nicht zuletzt, in einer Art Roman im Roman, immer erst in der Lektüre seiner Figuren entwickeln und entschlüsseln lassen. In Die Heimkehr ist das nicht anders. Und auch viel von Schlinks juristischem Fachwissen ist — neben seiner Vorliebe für historische Stoffe — wieder einmal in das Buch eingeflossen. Gerade diese Ansammlung eingestreuter, teils grotesker Rechtsfälle macht Die Heimkehr besonders lesenswert. Darüber hinaus ist Schlink wieder einmal gelungen, mit Hilfe einer geradlinigen Sprache und eines von Melancholie durchzogenen Stils zu fesseln.   -Stefan Kellerer

Author: Bernhard Schlink
Year: 2006
Publisher: Diogenes

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Die Zeit – Computer : Es werde Linux 4/5 (2)

Die Zeit – Computer : Es werde Linux. Die Pioniere im Kampf um frei zugängliche Software haben Großes vor: Sie wollen die Welt retten

Die Schriftstellerin Juli Zeh – hier und hier schon mal aufgetaucht – hat einen netten Artikel über Open Source für Unbedarfte und die Motivationslage der Protagonisten geschrieben.

Höchstwahrscheinlich werden Typen wie F. die Welt nicht in einen Paradiesgarten verwandeln. Aber jedenfalls haben Menschenbilder und gesellschaftliche Visionen die Angewohnheit, die Bühne des Geschehens in seltsamen Gewändern und von unerwarteter Seite zu betreten. Allein das ist schon ein Grund für rote Backen. Und für ein bisschen mehr Menschenliebe.

Absolut lesenswert.

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Urs Widmer: Das Buch des Vaters – Folge 2 4/5 (1)

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Urs Widmer hat ein Versprechen eingelöst. Mit Das Buch meines Vaters komplettiert er seine Familiengeschichte, die vor einigen Jahren mit Der Geliebte meiner Mutter ihren Anfang gefunden hat. War damals der Vater kaum der Erwähnung wert, ist er nun omnipräsent und führt durch mehrere Jahrzehnte Schweizer Geschichte, situiert in einer imaginären städtischen Symbiose von Basel und Zürich.

In einem fantastischen, rauschhaften Intro in den Roman, der Schilderung einer wilden Initiation, erzählt Widmer, was es denn mit dem Buch des Vaters auf sich hat. Denn wie jeder in seinem Heimatdorf hat auch sein Vater an seinem zwölften Geburtstag ein leeres Buch bekommen, das er in der Folge zu beschreiben hat und das erst nach seinem Tod von anderen gelesen wird. Das Dorf in den Bergen hält auch für jeden seiner Bewohner seinen persönlichen Sarg bereit, Särge, die sich in einem bizarren, bewegungslosen Totentanz vor den Häusern stapeln (bis die touristische Invasion der Japaner dem Mahnmal ein Ende bereitet). Als der Vater stirbt, ist das Buch verschwunden, durch die Mutter im Müll gelandet — ungelesen. Also macht sich Urs Widmer daran, es neu zu schreiben.

Er ist ein Getriebener, sein Vater, ein rastloser Übersetzer und Amateur der Literatur, Lehrer mit unbeholfenen, doch idealistischen politischen Ideen, Freund vieler Schriftsteller und Künstler, Genussmensch und Vater, der für seinen kleinen Sohn immer wieder neue Namen erfindet: „Hallo, Murmeltier.“ Glücklich, so scheint es, ist er nur in der Literatur. Seine Frau, deren Schwermut immer prekärer wird, muss sich mit dem begnügen, was übrig bleibt für sie an Zeit und Gefühl. So eröffnet sie auch Edwin Schimmel — wir kennen die Figur aus Der Geliebte meiner Mutter — als Erstem, dass sie schwanger ist. Warum ihm?, fragt der Vater: „Ich weiß es nicht.“

Urs Widmers Roman kommt mit der ihm eigenen Leichtigkeit daher, hinter der sich die Tragik der Welt, aber auch die Freuden, die ganz großen, so schemenhaft deutlich verdecken können. Ein Lebensbuch, im wahrsten Sinne des Wortes.

–Martin Walker —  

Year: 2005

Publisher: Diogenes

ISBN: 3257234708

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Amos Oz: Eine Geschichte von Liebe und Finsternis (2004) No ratings yet.

Eine Geschichte von Liebe und Finsternis.

Rating: 4 out of 5

Author: Amos Oz

Year: 2004

Publisher: Suhrkamp

ISBN: 3518416162

Ich blicke auf Israel wie auf ein Mädchen, das reifer wird – Ein Gespräch mit dem Schriftsteller Amos Oz über seine Familie, über seine Heimat und über dieses Buch ist in der ZEIT zu finden.

  • Geschichte Israels während und nach dem Zweiten Weltkrieg
  • Wie entsteht eine neue, alte Sprache?
  • Wird der Krieg je ein Ende haben?
  • Wie verzeiht man seinen Eltern?
  • Was passiert, wenn Träume Wirklichkeit werden?

perlentaucher.de


“… und sie erwachte nicht mehr an jenem Morgen, auch dann nicht, als der Tag aufleuchtete und zwischen den Fikusbäumen im Krankenhauspark der Vogel Elise sie verwundert rief, immer aufs neue rief und rief, vergebens rief und es doch wieder und wieder versuchte und es noch einmal versucht, manchmal.”Arad, Dezember 2001

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