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Hannah Arendt: Vita activa oder Vom tätigen Leben / The Human Condition (1958 / 2007) No ratings yet.

https://i1.wp.com/www.piper.de/uploads/_processed_/3/0/csm_produkt-10006698_c7204a4ef4.jpg?w=788&ssl=1Hannah Arendts politische Theorie kritisiert die Reduktion tätigen Lebens auf Arbeit und Konsum und insistiert auf dem Freihalten und der Erweiterung der Öffentlichkeit.

Was tun wir eigentlich, wenn wir tätig sind? Wie kommt es, dass Arbeit – in der Antike noch verachtet und bevorzugt Sklaven überlassen – in unserer modernen Gesellschaft zur höchsten Tätigkeit aufsteigen konnte? Das sind die Fragen, die im Mittelpunkt von Hannah Arendts 1958 erschienenem Buch Vita activa oder Vom tätigen Leben stehen. Arendt kritisiert die neuzeitliche Tendenz, Arbeit zu verherrlichen, politisches Handeln dagegen als sinnlos und überflüssig zu betrachten. Die Konsequenz einer solchen Haltung ist, dass der Mensch nicht mehr in seiner Welt beheimatet ist, der technischen Entwicklung nicht folgen kann und sich willenlos in den ewigen Kreislauf von Arbeiten und Konsumieren einfügt. Doch Arendt zeichnet die Situation nicht als ausweglos. Im gemeinsamen, öffentlichen Handeln erkennt sie die Chance des Menschen, seine Entfremdung von der Welt zu überwinden. Statt sich in private Hobbys oder Konsum zu flüchten, müsse er politisch aktiv werden und immer wieder einen Neuanfang setzen. Mitunter wirkt das Buch wie elitäre Kulturkritik. Doch Arendts scharfe Analyse der „Jobholdergesellschaft“, in der das Individuum funktionieren muss, um sich zu erhalten, ist bis heute hochaktuell.

by getabstract

 

Paperback, 484 pages
Published 2007 by Piper Verlag (first published 1958)
Original Title The Human Condition
ISBN 3492236235 (ISBN13: 9783492236232)
Edition Language German

 

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Frank Wegner & Katharina Raabe (Hrsg.): Warum Lesen: Mindestens 24 Gründe (2020) 4/5 (1)

52765287. sy475 Ein Lesebuch als ein Buch über das Lesen, eine Anthologie, die das welt- und selbsterschließende Abenteuer des Lesens beschreibt, seziert und feiert. Wie sich die Erfahrungen des digitalen Wandels aufs Lesen auswirken, ob das Buch als »Leitgestirn des Wissens« (Michael Hagner) in den Hintergrund tritt, auch solche Fragen stellen sich.

Es kommen hier Romanschriftsteller, Lyriker, Dramatiker, Philosophen, Anthropologen, Soziologen, Neurologen zu Wort. Sie alle nehmen sich die Freiheit, auf ihre Weise mit dem Thema umzugehen. Und liefern eine Theorie, eine Erzählung, eine Szene, eine Anekdote ab, eine Erläuterung des eigenen Lesens, beispielsweise anhand formativer Lektüren, ein Gedicht, eine Zeichnung, ein Foto.

Über die multidisziplinäre Anlage dieser Anthologie wird die Vielgestaltigkeit des Phänomens entsprechend facetten- und perspektivenreich in den Blick gebracht.

Sind wir, was wir gelesen haben? Schärft Lesen die Wahrnehmung? Den Sozialsinn? Was geschieht im Gehirn, wenn wir lesen? Gibt es ein illegitimes Lesen? Ein ekstatisches? Liest man alt anders als jung? Wie las man in der DDR? Was liest man im Krieg? Was bedeutet Lesen in unserer heutigen Abstiegsgesellschaft? Macht Nicht-Lesen am Ende glücklicher?

Mit Beiträgen von: Aleida Assmann, Marcel Beyer, Rachel Cusk, Annie Ernaux, Durs Grünbein, Jürgen Habermas, Michael Hagner, Eva Illouz, Rahel Jaeggi, Hans Joas, Dževad Karahasan, Esther Kinsky, Thomas Köck, Sibylle Lewitscharoff, Enis Maci, Nicolas Mahler, Friederike Mayröcker, Oliver Nachtwey, Katja Petrowskaja, Andreas Reckwitz, Jan Philipp Reemtsma, Hartmut Rosa, Clemens Setz, Wolf Singer, Andrzej Stasiuk, Maria Stepanova, J.J. Sullivan, Alejandro Zambra, Serhij Zhadan

 

  • Clemens J. Setz Der Fall des Henry Bemis 10
  • Katja Petrowskaja Tausendundein Buch 15
  • Andreas Reckwitz Kleine Genealogie des Lesens 31
  • Friederike Mayröcker kannst du mir die Welt erklären? 46
  • Marcel Beyer Lesen im Kaninchenbau 50
  • Eva Illouz Dreimal Lesen 61
  • Annie Ernaux Trennen, Verbinden 79
  • Rachel Cusk Annie Ernaux lesen 89
  • Jürgen Habermas Warum nicht lesen? 99
  • Nicolas Mahler Warum Comics lesen? 124
  • Thomas Köck Autonomie und Unsinn 131
  • Wolf Singer Immaterielle Realitäten 148
  • Esther Kinsky The Lie of the Land 164
  • Serhij Zhadan Die guten schlechten Bücher 182
  • Hartmut Rosa Vom Wunder narrativer Resonanz 196
  • Dzevad Karahasan Stille Ekstase 218
  • Alejandro Zambra Fragen eines lesenden Vaters 232
  • Maria Stepanova In einer fremden Haut 241
  • Michael Hagner Lionel, der Leser 255
  • Sibylle Lewitscharoff Das wild schlagende Leseherz 271
  • Hans Joas Bitte um Auskunft 285
  • John Jeremiah Sullivan Im Kiefernwald 295
  • Oliver Nachtwey Lesen in der regressiven Moderne 305
  • Enis Maci EXIT DOES NOT EXIST 321
  • Katharina Raabe & Frank Wegner Einladung ins Freie 329
  • Anmerkungen 335
  • Biographien 341
  • Nachweise 347

Hardcover, 350 pages
Published June 21st 2020 by Suhrkamp Verlag
ISBN 3518073990 (ISBN13: 9783518073995)
Edition Language German

Literaturkritik: Weil das Leben zu viel ist? Katharina Raabe und Frank Wegner haben in „Warum lesen?“ Antworten auf eine grundlegende Frage zusammengestellt Erschienen am: 19.02.2021

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Erich Kästner: Notabene 45. Ein Tagebuch (1961 / 2018) 3/5 (1)

Notabene 45. Ein TagebuchErich Kästners Aufzeichnungen über das Ende des Zweitens Weltkriegs – ein einzigartiger Bericht und ein zeitloser Aufruf zu Mitmenschlichkeit.

Notabene 45, Kästners literarisches Tagebuch, nachträglich entstanden aus seinen Notizen, die er in der ersten Hälfte des Jahres 1945 anfertigte, ist eine sarkastische und messerscharfe, erschütterte und erschütternde Schilderung der letzten Monate der NS-Zeit und des Alltags in den Zeiten des schwierigen Neubeginns: ein einzigartiges Zeitdokument und ein zeitloser Aufruf zu Mitmenschlichkeit.

Paperback, 246 pages
Published 2018 by Atrium Verlag AG (first published April 2nd 1961)
Original Title
Notabene 45. Ein Tagebuch
ISBN13
9783038820192
Edition Language
German

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Simone de Beauvoir: Das Alter / La Vieillesse (1977 / 1970) No ratings yet.

903516Simone de Beauvoirs Buch über das Alter ragt durch die einzigartige Fülle des ausgebreiteten Materials wie durch die Vielfalt neuer Einsichten und Perspektiven unter allen wissenschaftlichen und philosophischen Abhandlungen dieses Themas hinaus.

Die beharrliche Leidenschaft der Autorin von „Das andere Geschlecht“, die Besessenheit, mit der sie biologische und kunsthistorische Fakten aufspürt und gesellschaftliche Zusammenhänge aufdeckt, ihr Sinn für das bezeichnende biographische Beispiel, für den Stellenwert historischer Vorgänge und gegenwärtiger Entwicklungen, machen dieses Buch zu einer faszinierenden Lektüre.

„Ein einzigartiges Dokument. Die Fähigkeit der Autorin zum Staunen ist mit einer immensen Detailkenntnis verbunden. Ein schockierendes Werk, das sich mit nichts vergleichen läßt“ („L’Express“)

Paperback
Published October 10th 1977 by Rowohlt Taschenbuch (first published January 28th 1970)
Original Title La Vieillesse
ISBN 3499227495 (ISBN13: 9783499227493)
Edition Language German

Anjuta Aigner-Dünnwald (Translator)
Ruth Henry (Translator)

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Simone de Beauvoir: Ein sanfter Tod / Une mort très douce (1964 / 2014) 4/5 (2)

152077«Simone de Beauvoir gehört zu jenen außergewöhnlichen Menschen, die ihre Zeit geprägt haben. Ihr Leben, ihre Werke und ihre Kämpfe haben zum Fortschritt des Bewußtseins der Männer und Frauen von heute in Frankreich und in der Welt beigetragen.» (François Mitterrand)

«Eines der eindrücklichsten Bücher von Simone de Beauvoir handelt vom Tod ihrer eigenen Mutter. Die Schriftstellerin erzählt, wie sie tage- und nächtelang am Sterbebett weilte und wachte; wie sie der Frau, die ihr das Leben geschenkt hatte, in den allerletzten Tagen näherkam. Dem Buch gab Simone de Beauvoir einen wehmütigen, beinahe staunenden Titel: ‹Une mort très douce›. Jetzt ist sie, 78 Jahre alt, ‹so sanft› entschlafen.» (Die ZEIT).

Paperback, Rororo #1016, 112 pages
Published January 12th 2014 (first published October 16th 1964)
Original Title Une mort très douce
ISBN 3499110164 (ISBN13: 9783499110160)
Edition Language German
URL https://www.rowohlt.de/buch/simone-de-beauvoir-ein-sanfter-tod-9783644032811
Paul Mayer (translator)

fr.wikipedia.org – Une mort très douce

Une mort très douce

64161«La journée du mardi se passa bien. La nuit, maman fit des cauchemars. „On me met dans une boîte“, disait-elle à ma sœur. „Je suis là, mais je suis dans la boîte. Je suis moi, et ce n’est plus moi. Des hommes emportent la boîte !“ Elle se débattait : „Ne les laisse pas m’emporter !“ Longtemps Poupette a gardé la main posée sur son front : „Je te promets. Ils ne te mettront pas dans la boîte.“ Elle a réclamé un supplément d’Équanil. Sauvée enfin de ses visions, maman l’a interrogée : „Mais qu’est-ce que ça veut dire, cette boîte, ces hommes ? – Ce sont des souvenirs de ton opération ; des infirmiers t’emportent sur un brancard.“ Maman s’est endormie.»

La mort d’une mère. Celle de l’auteur. Le récit d’une „violence indue“.

Paperback, 124 pages
Published October 10th 2011 by Gallimard (first published October 16th 1964)
Original Title Une mort très douce
ISBN 2070361373 (ISBN13: 9782070361373)
Edition Language French

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Dieter Thomä: Warum Demokratien Helden brauchen.: Plädoyer für einen zeitgemäßen Heroismus (2020) 3/5 (1)

48573248. sy475 Die Demokratie steckt in der schwersten Krise ihrer Geschichte. Menschen sehnen sich seit jeher nach Lichtgestalten. Passt das heute noch in unser aufgeklärtes Weltbild? Ja, sagt Dieter Thomä. Er wendet sich gegen diejenigen, die sich in einer postheroischen Gesellschaft einrichten, und zeigt, wie leblos eine Demokratie ist, in der alle gleich sind. Thomä erklärt, warum heute Menschen gefragt sind, die über sich hinauswachsen und andere motivieren, es ihnen gleich zu tun.

Die Demokratie tut gut daran, das Heldentum nicht denen zu überlassen, die autoritär oder fundamentalistisch denken. Denn sie wird nicht nur von Institutionen zusammengehalten, sondern auch von Individuen, die sich für eine Sache einsetzen, die größer ist als sie selbst. Sie machen aus der Kampfeslust eine Tugend und wagen neue Wege. In der Suche nach den richtigen Helden – und im Streit um sie – schärft eine demokratische Gesellschaft ihr Profil. Gerade in Zeiten, in denen sie unter Druck steht, ist dies unverzichtbar.

Hardcover, 272 pages
Published October 25th 2019 by Ullstein Hardcover
ISBN13 9783550200335

DLF: „Warum Demokratien Helden brauchen“. Die Demokratie kommt ohne Helden aus, so die Auffassung im sogenannten postheroischen Zeitalter. Der Philosoph Dieter Thomä will dieses Denken revidieren: Die Demokratie brauche dringend entschlossene Verteidiger. Sein neues Buch ist ein „Plädoyer für einen zeitgemäßen Heroismus“. Von Änne Seidel 11.11.2019

ZEIT: Blasse Helden. Der Philosoph Dieter Thomä huldigt dem unspektakulären, aber couragierten Demokraten in Zeiten der Demokratiekrise.
Eine Rezension von Jens Hacke DIE ZEIT Nr. 44/2019, 24. Oktober 2019

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Sarah Bakewell: Das Café der Existenzialisten: Freiheit, Sein und Aprikosencocktails (2016) 4.33/5 (3)

31202256. sy475 Wie macht man Philosophie aus Aprikosencocktails? Für Sartre kein Problem: Er machte Philosophie aus einem Schwindelgefühl, aus Voyeurismus, Scham, Sadismus, Revolution, Musik und Sex.

Sarah Bakewell erzählt mit wunderbarer Leichtigkeit, wie der Existenzialismus zum Lebensgefühl einer Generation wurde, die sich nach radikaler Freiheit und authentischer Existenz sehnte.

Paris 1932, im Café Bec-de-Gaz sagt Raymond Aron zu seinem Freund Sartre: „Siehst du, mon petit camarade, wenn du Phänomenologe bist, kannst du über diesen Cocktail sprechen, und das ist dann Philosophie!“ Der einfache Satz war die Geburtsstunde einer neuen Bewegung, die sich in Jazz-Clubs und Cafés verbreitete. Sie inspirierte Musiker und Schriftsteller, erregte Abscheu im Bürgertum und befruchtete Feminismus, Antikolonialismus und 68er-Revolte.

Sarah Bakewell erzählt in diesem Buch erstmals die Geschichte der Existenzialisten. Im Mittelpunkt stehen die Antipoden Heidegger und Sartre, der eine in seiner Hütte im Schwarzwald dem Sein nachsinnend, der andere in Pariser Cafés wie besessen schreibend. Aber es geht auch um Edmund Husserl und Maurice Merleau-Ponty, Simone de Beauvoir, Albert Camus, Iris Murdoch und viele andere. Am Ende sterben die Protagonisten und verlassen das Café.

Doch Sarah Bakewells meisterhafte Kollektivbiographie lässt sie wieder lebendig werden und uns teilhaben an ihren Gesprächen über das Sein, die Freiheit und Aprikosencocktails. Santé!

Rita Seuß (Translator)
Kindle Edition, 448 pages
Published July 18th 2016 by C.H.Beck (first published March 3rd 2016)
Original Title At the Existentialist Café: Freedom, Being, and Apricot Cocktails
ISBN 0701186585 (ISBN13: 9780701186586)
Edition Language English

 
ZEIT: Genug dekonstruiert! Es geht wieder um das Leben, wie es ist: Sarah Bakewell führt eloquent durch „Das Café der Existenzialisten“. Von Iris Radisch 12. Januar 2017, 3:49 Uhr Editiert am 15. Januar 2017, 8:37 Uhr DIE ZEIT Nr. 1/2017, 29. Dezember 2016

literaturkritik: Bewohnte Philosophie. Sarah Bakewell lädt in „Das Café der Existenzialisten“ ein Von Oliver Pfohlmann Erschienen am: 16.02.2017

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Elsemarie Maletzke: Maud Gonne: Ein Leben für Irland (2016) No ratings yet.

29346292. sy475 Sie war der Paradiesvogel des irischen Freiheitskampfs: Maud Gonne, sehr groß, sehr glamourös und sehr eigensinnig. Sie wurde 1866 als Tochter eines englischen Offiziers geboren – und so wie sie Irland liebte, so hasste sie das britische Empire.
Für die Rechtlosen war sie die »Frau von den Feen«, die Wunder bewirkte, für ihre Feinde eine »unkontrollierbare Revolutionärin«.

Sie kämpfte auf Seiten der Pachtbauern gegen die Truppen der Landlords, stritt für republikanische Häftlinge, saß selbst im Gefängnis und gründete die erste politische Frauenorganisation Irlands. Unübersehbar und unüberhörbar forderte sie die Kolonialmacht heraus und riskierte jederzeit eine Kugel oder einen Schlag mit dem Gewehrkolben.

Sie war die große Liebe des Dichters und Nobelpreisträgers W. B. Yeats – und sie führte ein geheimes Doppelleben in Paris als Geliebte eines rechten Politikers und Mutter einer kapriziösen Tochter. Ihre spätere Ehe mit einem irischen Helden wurde zum Fiasko, aber ihr Kampfgeist blieb ungebrochen.

100 Jahre nach dem Oster-Aufstand, dem Fanal der irischen Unabhängigkeit, ist Maud Gonne noch immer eine Ikone des geistigen und militanten Widerstands. Elsemarie Maletzke erzählt anschaulich und unterhaltsam, wie aus der schönen Offizierstochter eine Revolutionärin und Irlands »heilige Johanna« wurde.

Elsemarie Maletzke

Hardcover, 318 pages
Published April 11th 2016 by Insel Verlag
ISBN 3458176748 (ISBN13: 9783458176749)
Edition Language German

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Martha Nussbaum: Gerechtigkeit oder Das gute Leben (1998) 3/5 (1)

1393087Aus den Reflexionen über eine Theorie des Guten gewinnt die Autorin die theoretischen Ressourcen für eine Reformulierung des politischen Liberalismus, die bislang vernachlässigten Problemen wie internationaler Gerechtigkeit und Geschlechtergerechtigkeit Rechnung trägt.

In ihrer Ethik des Guten unternimmt Martha C. Nussbaum eine Neudefinition des Begriffs des Wohlergehens und formuliert mit ihrer Theorie des guten Lebens eine Alternative zu den anthropologisch ausgedünnten deontologischen Moralansätzen.

Paperback, edition suhrkamp
Published December 18th 1998
Original Title
Gerechtigkeit oder Das gute Leben
ISBN 3518117394 (ISBN13: 9783518117392)
Edition Language German

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Siri Hustvedt: Nicht hier, nicht dort. Essays (2000) 2/5 (2)

51099098. sx318 sy475 Siri Hustvedt hat sich mit ihren Romanen «Die unsichtbare Frau» und «Die Verzauberung der Lily Dahl» als Autorin ebenso spannender wie moderner Literatur einen Namen gemacht.

In «Nicht hier, nicht dort» sind nun zum ersten Mal ihre essayistischen Schriften versammelt.

Der Titel ist programmatisch: Hustvedt bezieht ihn auf ihre geographische Herkunft als zwischen den Kulturen aufgewachsene Tochter norwegischer Einwanderer und auf ihren künstlerischen Standpunkt als Beobachterin und Bewahrerin: die Fiktion als Zwilling der Erinnerung, angesiedelt zwischen der realen Welt und der gedachten, gefühlten der Phantasie.

Die Sprache als Mittlerin zwischen diesen Welten steht im Mittelpunkt von Hustvedts Betrachtungen zu Literatur und bildender Kunst: Sie erschließt, ob als Bildsprache des Malers oder als literarische des Schriftstellers, ein komplexes System von changierenden Zeichen und Symbolen, deren Struktur und Bedeutung in unserem Bewusstsein und zugleich außerhalb von uns angelegt sind. ln dieses Zwischenreich blickt man, wenn man in den leeren Spiegel von Vermeers «Annunziata» oder durch «Gatsbys Brille» bei F. Scott Fitzgerald schaut oder wenn man die sprechenden Figurennamen in Charles Dickens’ «Unser gemeinsamer Freund» betrachtet.

An diesen und anderen Beispielen erläutert Hustvedt, wie der künstlerische Schaffensprozess zu Erkenntnis führt. Ein Essay über den puritanischen Dirigismus, mit dem US-amerikanische Gerichte und Institutionen die Sexualität regulieren wollen, erforscht ebenfalls ein Zwischenreich: jenes wiederum stark durch Phantasie, Projektion und Experiment geprägte Feld der Annäherung, in dem jeder erotische Kontakt zwischen Menschen beginnt. Siri Hustvedt unterscheidet, wie in ihren Romanen, nicht streng zwischen ihrer privaten Biographie und ihrem öffentlichen Werk. Im Werk schwingt stets ein Widerhall des Lebens mit. Deshalb ist dieses Buch ein Glücksfall. Es gibt Einblick in ihre Arbeit und in ihr Leben und unterhält zudem auf hohem Niveau.

Hardcover
Published September 1st 2000 by Rowohlt, Reinbek
ISBN 3498029525 (ISBN13: 9783498029524)

literaturkritik.de: Analyse und Sinnlichkeit. Siri Hustvedts Essays „Nicht hier, nicht dort“ Von Ingeborg Gleichauf Erschienen am: 01.03.2001

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Graham Swift: Einen Elefanten basteln : Vom Leben im Schreiben (2004 / 2017) 3/5 (3)

Am Anfang steht der geheime Wunsch, Schriftsteller zu werden. Das Studium in Cambridge muss warten, vorher zieht es den jungen Graham Swift raus in die Welt: Rucksackreisen in Krisengebiete, in der Tasche 50 Pfund für fünf Monate, genug, um das Schicksal herauszufordern.

Erste Höhen kommen früh, erste Tiefen auch.

›Einen Elefanten basteln‹ ist der in Essays, Interviews und Gedichten nachgezeichnete Weg eines Schriftstellers, der in seinen Büchern – auch in diesem  – stets das Terrain des Bekannten verlässt, um sich hinaus ins Unbekannte zu wagen, die einzige Sicherheit: seine Vorstellungskraft.

»Literatur ist ein Impfstoff, der uns vor jenen Seuchen beschützt, wie die Realität sie erzeugen kann. Aber wie alle echten Impfstoffe wirkt auch dieser nur, wenn er Spuren der Seuche selbst enthält, ein Extrakt dessen, dem er sich entgegenstellt.« Graham Swift

Hardcover, 456 pages
Published April 18th 2019 by dtv Verlagsgesellschaft (first published 2004)
Susanne Höbel (Translator)
Original Title Making an Elephant
ISBN13 9783423281843
Edition Language German

literaturkritik.de: Der erschriebene Elefant. Zu Graham Swifts autobiographischem Werk „Einen Elefanten basteln“. Von Jens Liebich Erschienen am: 13.01.2020

FR: Graham Swift: „Einen Elefanten basteln“ – Bis man dann erscheint Judith v. Sternburg 02.07.19 08:00

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Erell Gueguen: La Bretagne 3.25/5 (4)

42324314. sx318 Cette collection documentaire pour les petits développe des encyclopédies complètes, accessibles et modernes.

Elle se propose de devenir une référence d’images tant pour les parents et leurs enfants que pour les enseignants.

À travers 3 grandes parties intitulées « C’est quoi, la Bretagne ? », « Armor, le pays de la mer » et « Argoat, le pays de la forêt », l’enfant découvre les mots qui illustrent une région.

 

Edition Language French
Unknown Binding, 96 pages
Published May 22nd 2013 by Editions Milan
ISBN 2745961721 (ISBN13: 9782745961723)

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Harvey Pekar: The Beats: Die Geschichte der Beat-Literatur – eine Graphic Novel () 2.75/5 (4)

https://i1.wp.com/i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1470850233l/31420787.jpg?w=788&ssl=1In The Beats: A Graphic History, those who were mad to live come back to life through artwork as pulsatingly vibrant as the movement itself. T

old by Harvey Pekar and his frequent artistic collaborator Ed Piskor, and by a range of artists and writers, including feminist comic creator Trina Robbins and Mad magazine artist Peter Kuper, The Beats takes us on a wild tour. From the Benzedrine-fueled antics of Kerouac, Ginsberg, and Burroughs to the painting sessions of Jay DeFeo’s disheveled studio, from the jazz hipsters to beatnik chicks, from Chicago’s beatnik bistro to San Francisco’s famed City Lights bookstore, we see the storied era in all its incarnations.

Hardcover
Published by Walde und Graf (first published March 17th 2009)
Original Title The Beats: A Graphic History
ISBN13 9783037740149
Edition Language German

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Joseph Hanimann: Allez la France!: Aufbruch und Revolte – Porträt einer radikalen Nation (2017) 3/5 (5)

36371074. sy475 „Gott wohnt noch immer in Frankreich, doch er langweilt sich. Über Frankreich, das lange tonangebend war in Europa, ist hysterische Stille eingekehrt.“ Joseph Hanimann

Frankreich ist zu einem großen Rätsel geworden. Das Sehnsuchtsziel so vieler Künstler, Intellektueller und Liebhaber des Laisser-faire, Traumland des Genusses und Inbegriff der Lebensfreude, politischer Taktgeber und revolutionärer Querdenker – all dies scheint Vergangenheit. Einst radikal in seinem Willen zur gesellschaftlichen Veränderung, ist Frankreich nun ebenso radikal in seiner Verweigerung des Wandels.

„Es soll besser werden, aber sich nichts ändern “ – niemand lebt diesen Slogan derzeit so konsequent wie Frankreich.

Dieses Buch ist das kenntnisreiche Porträt eines Landes, das zwischen innerer Erstarrung und revolutionärem Gestus verharrt.

Hardcover, 224 pages
Published September 8th 2017 by Orell Füssli Verlag
ISBN13 9783280056622
Edition Language German

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Zadie Smith: Freiheiten (Feel Free: Essays) (2018 / 2019) 3/5 (4)

42792633. sy475 Zadie Smith ist nicht nur Autorin vieler hochgelobter Romane, sondern sie brilliert auch besonders in dieser kurzen Form, den Essays. Der vorliegende Band zeigt sie politischer denn je, denn Zadie Smith hat viel zu sagen über die zunehmend bedrohliche Verfasstheit der Welt und der Gesellschaft und bezieht sehr persönlich Stellung.

Die Essays sind in fünf Kategorien unterteilt, und alle haben es in sich: »In der Welt« versammelt die politischen Essays, und gerade ihre Gedanken zum Brexit und zu Trump sind vielschichtig und erhellend, authentisch und engagiert.

Die Kapitel »Im Publikum«, »Im Museum«, »Im Bücherregal« und »Freiheiten« erzählen uns ihre Sicht auf kulturelle Ereignisse oder persönlich Erlebtes und geben dabei immer ganz viel über sie selbst preist.

Da sie sich mit schlechter Politik, guten Büchern, amerikanischen Rappern, Facebook und alten Meistern ähnlich gut auskennt, schreibt sie mit leichter Hand und mal böse, mal bewundernd Essays von besonderer Qualität, die uns die Welt schärfer sehen lassen. Ein Muss für jeden politisch denkenden Leser!

Tanja Handels (Translator)
Hardcover, 432 pages
Published May 9th 2019 by Kiepenheuer & Witsch (first published February 6th 2018)
Original Title Feel Free: Essays
ISBN 3462052144 (ISBN13: 9783462052145)
Edition Language German

Feel Free – en.wikipedia

URL https://www.kiwi-verlag.de/buch/freiheiten/978-3-462-05214-5/

Literary Awards
PEN/Diamonstein-Spielvogel Award for the Art of the Essay Nominee for Shortlist (2019), National Book Critics Circle Award for Criticism (2018)

FAZ: Zadie Smith: Besser scheitern. Romane schreiben macht Arbeit – meint Zadie Smith. Was ist ein guter Schriftsteller? Ist Schreiben Ausdruck der eigenen Persönlichkeit oder Flucht vor dem Ich? Warum gibt es so wenig große Romane? Die englische Schriftstellerin Zadie Smith plädiert für eine Poetik des Scheiterns. – Aktualisiert am 28.01.2007-17:16

FAZ: Zadie Smith im Gespräch : Wir waren blind und naiv. Ein Gespräch mit der Schriftstellerin Zadie Smith über ihren neuen Roman „Swing Time“, die Freiheit der neunziger Jahre, den lächerlichen Tony Blair, den Brexit und Toiletten für Transgender. Von Anne Ameri-Siemens – Aktualisiert am 13.08.2017-09:42

FAZ: Interview mit Zadie Smith : Belügt euch nicht! Wir haben die junge Generation verraten. Wir brauchen eine Revolution, die uns vom Internet befreit. Und wir müssen unsere Freiheit verteidigen. Ein Gespräch mit der britischen Schriftstellerin Zadie Smith. Von Anne Ameri-Siemens – Aktualisiert am 05.05.2019-10:30

DLF: Zadie Smith„Freiheiten“ Politisch, radikal individuell und kaum zu kategorisieren. So sind die Essays im Buch der britischen Schriftstellerin Zadie Smith. Anhand präziser Beobachtungen kleiner Begebenheiten identifiziert sie größere gesellschaftliche Trends. Von Katja Ridderbusch 22.07.2019

FR: Zadie Smiths „Freiheiten“: Ein Gespräch über sich und Philip Roth. Arno Widmann 13.07.19 17:58

SZ: Hausapotheke gegen den Zynismus. Zadie Smith betrachtet in ihrem neuen Essayband „Freiheiten“ leichtfüßig und elegant die Gegenwart, Jay-Z und Mark Zuckerberg. Das Spektrum der Texte reicht dabei von politischen Kommentaren bis zum klassischen, literarischen Essay. Obwohl ein leicht nostalgischer Blick auf die Neunzigerjahre durscheint, lehnt sie nicht den technischen Fortschritt an sich ab. Sie verweigert sich lediglich dem Zynismus. Von Juliane Liebert 20. Juni 2019, 10:13 Uhr

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