SchlagwortPhilosophie

Yuval Noah Harari: Homo Deus. Eine Geschichte von Morgen (2015 / 2017) 4.14/5 (7)

Homo Deus: Eine Geschichte von MorgenIn seinem Kultbuch Eine kurze Geschichte der Menschheit erklärte Yuval Noah Harari, wie unsere Spezies die Erde erobern konnte. In „Homo Deus“ stößt er vor in eine noch verborgene Welt: die Zukunft. Was wird mit uns und unserem Planeten passieren, wenn die neuen Technologien dem Menschen gottgleiche Fähigkeiten verleihen – schöpferische wie zerstörerische – und das Leben selbst auf eine völlig neue Stufe der Evolution heben? Wie wird es dem Homo Sapiens ergehen, wenn er einen technikverstärkten Homo Deus erschafft, der sich vom heutigen Menschen deutlicher unterscheidet als dieser vom Neandertaler? Was bleibt von uns und der modernen Religion des Humanismus, wenn wir Maschinen konstruieren, die alles besser können als wir? In unserer Gier nach Gesundheit, Glück und Macht könnten wir uns ganz allmählich so weit verändern, bis wir schließlich keine Menschen mehr sind.

Please rate this

Gisela von Wysocki: Wiesengrund (2016) 2.6/5 (5)

Wiesengrund

Sterne sind aus Plasma und Gas gemacht. Der Vater muss es wissen, ein weit über Salzburg hinaus bekannter Astrophysiker. Hanna Werbezirk hält sie trotzdem für ewig. Und hat wenig Lust, ihm als Assistentin in seinem astronomischen Labor zu dienen. Im Nachtstudio hört sie heimlich die Vortragsfolge eines Autors, dessen Name sie sich merken wird. Wiesengrund. Er könnte hilfreich sein, für sie die Frage nach der Beschaffenheit der Sterne zu klären. Seine Worte, wendig und wandlungsfähig, eröffnen ihr den Blick in eine Welt mit eigenen Gesetzen. Das Gefühl einer Komplizenschaft mit dem radiophonen Mitternachtsbesucher macht aus der Lektüre seiner Schriften ein von Herzklopfen begleitetes Ereignis.

Als Studentin der Philosophie reist Hanna einige Jahre später nach Frankfurt am Main, um Wiesengrund in natura zu erleben – und gerät in gänzlich neue Sphären. Die politischen Turbulenzen der Zeit wirken auch in ihre neuen Lebensverhältnisse hinein. Vor allem aber steht sie jenem magischen Feld gegenüber, das sie selbst um den hazardeurhaften Denker errichtet hat.

  • Hardcover, 264 pages
  • Published September 11th 2016 by Suhrkamp
  • ISBN 3518425498 (ISBN13: 9783518425497)
  • Edition Language German

 

Please rate this

Didier Eribon: Rückkehr nach Reims (2016, orig. 2009) 3.86/5 (7)

Rückkehr nach Reims Als sein Vater stirbt, reist Didier Eribon zum ersten Mal nach Jahrzehnten in seine Heimatstadt. Gemeinsam mit seiner Mutter sieht er sich Fotos an – das ist die Ausgangskonstellation dieses Buchs, das autobiografisches Schreiben mit soziologischer Reflexion verknüpft.

Eribon realisiert, wie sehr er unter der Homophobie seines Herkunftsmilieus litt und dass es der Habitus einer armen Arbeiterfamilie war, der es ihm schwer machte, in der Pariser Gesellschaft Fuß zu fassen. Darüber hinaus liefert er eine Analyse des sozialen und intellektuellen Lebens seit den fünfziger Jahren und fragt, warum ein Teil der Arbeiterschaft zum Front National übergelaufen ist.

Das Buch sorgt seit seinem Erscheinen international für Aufsehen. So widmete Édouard Louis dem Autor seinen Bestseller »Das Ende von Eddy«.

  • Paperback, edition suhrkamp, 240 pages
  • Published May 8th 2016 by Suhrkamp (first published September 30th 2009)
  • Original Title Retour à Reims
  • ISBN13 9783518072523
  • Edition Language German

 

Please rate this

Peter Bieri: Wie wollen wir leben? (2011) 3.5/5 (4)

Wie Wollen Wir Leben?Spätestens seit der Aufklärung sind Selbstbestimmung, Vernunft und freier Wille wesentlich für ein würdiges, zufriedenes, glückliches Leben. Doch was genau bedeutet das? Wie hängen Selbsterkenntnis und Selbstbestimmung zusammen? Unser Denken, Fühlen und Handeln sind ja auch von äußeren Umständen geprägt. Wie können wir trotzdem Einfluss auf unser Leben nehmen, sodass es uns nicht einfach nur zustößt? Welche Rolle spielen die anderen, und wie kann es gelingen, das, was wir wollen, in Einklang mit unserer Umgebung zu bringen?

Anschaulich und abwechslungsreich erkundet Peter Bieri diese Kernthemen der menschlichen Existenz und regt dazu an, zum Verfasser der eigenen Lebensgeschichte zu werden.

  • Paperback, 91 pages
  • Published 2013 by Deutscher Taschenbuch (first published January 1st 2011)
  • ISBN 3423348011 (ISBN13: 9783423348010)
  • www.socialnet.de
  • ZEIT – Wie wollen wir leben? 7. Juni 2007 von Peter Bieri
  • Peter Bieri: Eine Art zu leben: Über die Vielfalt menschlicher Würde

Please rate this

Éric-Emmanuel Schmitt: Die Schule der Egoisten (1994 / 2006) 2/5 (3)

https://i1.wp.com/ecx.images-amazon.com/images/I/51HVQX5A28L._SY344_BO1,204,203,200_.jpg?w=788

„Seltsam, es brauchte mehrere Jahre, ehe mir bewusst wurde, dass ich Gott war.“

In der Pariser Bibliotheque Nationale entdeckt ein Philosophiestudent einen vergessenen Exzentriker, der im 18. Jahrhundert die Salons eroberte. Womit? Mit philosophischer Unverschämtheit und der Behauptung:“Alles, was ich sehe, höre und anfasse, existiert nur in meiner Vorstellung.“Wer war dieser Languenhaert? Ein selbstverliebter Narr oder ein großer Philosoph? Was als Forschungsreise beginnt, endet als turbulente Zeitreise. Geistreich und mit Humor zeigt E.-E. Schmitt wohin der Egoismus führt: in die Abgründe des Selbst.

  • Paperback, 169 pages
  • Published 2006 by Fischer Taschenbuch Verlag (first published 1994)
  • Original Title  La Secte des Égoïstes
  • (ISBN13: 9783596169603)
  • Edition Language German
  • Literary Awards Prix du premier roman

Please rate this

Stefan Zweig: Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam (1934 / 2009) 2.5/5 (8)

Triumph und Tragik des Erasmus von RotterdamEine »verschleierte Selbstdarstellung« hat Stefan Zweig sein Erasmus-Buch genannt, mit dem er »Größe und Grenzen des Humanismus« aufzeigt – Triumph und Tragik eines großen, aber zur Tat nicht entschlossenen Denkers, Erasmus von Rotterdam, »der erste bewußte Europäer, der erste streitbare Friedensfreund, der beredteste Anwalt des humanistischen, des weit- und geistesfreundlichen Ideals«, wurde durch seine Kritik an der Theologie und der Kirche zum Wegbereiter der Reformation.

Doch er förderte sie nicht, distanzierte sich vielmehr mit seiner eigenen Ansicht über den freien Willen des Menschen von Luthers Meinung. Er riet, als Kurfürst Friedrich ihn im Glaubensstreit zwischen Luther und dem Papst um sein Votum bat, bei deutlicher Sympathie für die Erneuerung der Kirche, »angesehene und unverdächtige Richter« einzusetzen.

Erasmus wollte und konnte seine eigene Meinung, vielleicht aus Furcht vor Verantwortung, nicht ausschlaggebend werden lassen. Der wohl berühmteste und gelehrteste Mensch seiner Zeit zog sich so in sich selbst zurück. Denn »der freie, der unabhängige Geist, der sich keinem Dogma bindet und für keine Partei entscheiden will, hat nirgends eine Heimstatt auf Erden«.

Please rate this

Stefan Zweig: Der Kampf mit dem Dämon: Hölderlin, Kleist, Nietzsche (1925 / 2015) 2.64/5 (14)

Der Kampf mit dem Dämon: Hölderlin, Kleist, NietzscheHölderlin, Kleist, Nietzsche – drei Außerordentliche, denen sich Stefan Zweig als »Psychologe aus Leidenschaft, Gestalter aus gestaltendem Willen« zutiefst verbunden fühlte.

Unverstanden von ihrer Generation, enden alle drei »vorzeitig in einer furchtbaren Verstörung des Geistes, einer tödlichen Trunkenheit der Sinne, in Wahnsinn oder Selbstmord.«

Sigmund Freud rühmte Stefan Zweigs »Vollkommenheit der Einfühlung« in Wesen, Charakter und Gedankenwelt schöpferischer Menschen.

Dies ist der zweite der drei vollendeten Teile des Zyklus ›Die Baumeister der Welt. Versuch einer Typologie des Geistes‹. Die beiden anderen Teile sind ›Drei Meister. Balzac, Dickens, Dostojewski‹ und ›Drei Dichter ihres Lebens. Casanova, Stendhal, Tolstoi‹.

  • Erstdruck: Insel, Leipzig 1925
  • Vollständige Neuausgabe.  Herausgegeben von Karl-Maria Guth. Berlin 2015.
  • Umschlaggestaltung von Thomas Schultz-Overhage unter Verwendung des Bildes: Hölderlin, Kleist, Nietzsche. Tim Tempelhofer, 2015.

Please rate this

Stefan Zweig: Montaigne (1942/1985) 4/5 (1)

MontaigneMit ›Montaigne‹ hat Stefan Zweig 1942, obwohl Fragment geblieben, den Schlußstein seines essayistisch biographischen Werkes gesetzt.

Hatte er 1934 mit ›Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam‹ eine verschleierte Selbstdarstellung gegeben, indem er das Lebensbild eines Mannes zeichnete, der nicht »mit einem Ruck auf den Rücken einer Partei springen« mochte, so wurde ›Montaigne‹ zur Rechtfertigung seiner selbst.

Der französische Philosoph Michel Eyquem Seigneur de Montaigne (1533–1592) hat den Menschen – nicht zuletzt sich selbst – in seiner Unvollkommenheit, der Vielfalt, der Widersprüchlichkeit und der Veränderlichkeit seines Charakters gesehen und ihm kraft seiner Individualität in allem »innere Freiheit« zuerkannt.

Stefan Zweig fühlte sich durch ihn bestätigt. Er fand Montaignes Wort »Der freiwilligste Tod ist der schönste. Das Leben hängt vom Willen der andern ab – der Tod von unserem« für sich im Zweiten Weltkrieg, in depressiver Zeit; die erste Niederschrift des Essays trägt den Titel »Dank an Montaigne«.

Published (first published July 12th 1985)
Original Title Montaigne

Please rate this

Marc Aurel: Selbstbetrachtungen (172 / 2001) No ratings yet.

Selbstbetrachtungen
The emperor Marcus Aurelius, the proverbial philosopher-king, produced in Greek a Roman manual of piety, the Meditations, whose impact has been felt for ages since. Here, for our age, is his great work presented in its entirety, strongly introduced and freshly, elegantly translated.

Please rate this

Walter Benjamin: Gesammelte Werke () 4.5/5 (2)

Gesammelte Werke: Essays + Aufsätze + Satiren + Kritiken + Autobiografische Schriften (Über 600 Titel in einem Buch - Vollständige Ausgaben): Goethes Wahlverwandtschaften ... der Geschichte und mehrGesammelte Werke: Essays + Aufsätze + Satiren + Kritiken + Autobiografische Schriften (Über 600 Titel in einem Buch – Vollständige Ausgabe) ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen.

Walter Benjamin (1892-1940) war ein deutscher Philosoph, Literaturkritiker und Übersetzer der Werke von Balzac, Baudelaire und Marcel Proust.

Werkverzeichnis

Gesamtausgaben

Inhalt:

  1. Einbahnstraße  Kritiken und Rezensionen Selbstzeugnisse  Städtebilder
  2. Berliner Kindheit um Neunzehnhundert
  3. Tiergarten Kaiserpanorama Die Siegessäule Das Telephon Schmetterlingsjagd
  4. Der Autor als Produzent
  5. Abreise und rückkehr
  6. Zu spät gekommen
  7. Wintermorgen
  8. Steglitzer Ecke Genthiner
  9. Die Speisekammer
  10. Erwachen des Sexus
  11. Eine Todesnachricht
  12. Über Sprache überhaupt und über die Sprache des Menschen
  13. Deutsche Menschen
  14. Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik Abhandlungen
  15. Goethes Wahlverwandtschaften
  16. Ursprung des deutschen Trauerspiels
  17. Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit
  18. Charles Baudelaire, Ein Lyriker im Zeitalter des Hochkapitalismus
  19. Über den Begriff der Geschichte
  20. Aufsätze, Essays, Vorträge
  21. Frühe Arbeiten zur Bildungs- und Kulturkritik
  22. Metaphysisch-geschichtsphilosophische Studien
  23. Literarische und ästhetische Essays
  24. Literarische Rundfunkvorträge
  25. Ästhetische Fragmente
  26. Vorträge und Reden
  27. Enzyklopädieartikel Kulturpolitische Artikel und Aufsätze Kleine Prosa Denkbilder Satiren, Polemiken, Glossen Berichte Illustrierte Aufsätze Hörmodelle
  28. Das kalte Herz
  29. Rundfunkgeschichten für Kinder Geschichten und Novellistisches Rätsel Sonette Miszellen
  30. Das Passagen-Werk
  31. Übertragungen
  32. Zur Sprachphilosophie und Erkenntniskritik
  33. Zur Moral und Anthropologie
  34. Zur Geschichtsphilosophie, Historik und Politik
  35. Zur Ästhetik Charakteristiken und Kritiken
  36. Zur Literaturkritik
  37. Zu Grenzgebieten Betrachtungen und Notizen
  38. Autobiographische Schriften
  39. Lebensläufe Aufzeichnungen 1906-1932
  40. Berliner Chronik

Kindle Edition
Published October 28th 2014 by e-artnow

Please rate this

Sibylle Lewitscharoff: Blumenberg (2011) No ratings yet.

 

Cover: Blumenberg
Suhrkamp Verlag, Berlin 2011
ISBN-10 3518422448
ISBN-13 9783518422441
Gebunden, 220 Seiten, 21,90 EUR

Klappentext

Groß, gelb, gelassen: mit berückender Selbstverständlichkeit liegt eines Nachts ein Löwe im Arbeitszimmer des angesehenen Philosophen Blumenberg. Die Glieder bequem auf dem Bucharateppich ausgestreckt, die Augen ruhig auf den Hausherrn gerichtet. Der gerät, mit einiger Mühe, nicht aus der Fassung, auch nicht, als der Löwe am nächsten Tag in seiner Vorlesung den Mittelgang herabtrottet, sich hin und her wiegend nach Raubkatzenart. Die Bänke sind voll besetzt, aber keiner der Zuhörer scheint ihn zu sehen. Ein raffinierter Studentenulk? Oder nicht doch viel eher eine Auszeichnung von höchster Stelle für den letzten Philosophen, der diesen Löwen zu würdigen versteht?

 

http://www.perlentaucher.de/buch/36885.html

Please rate this

Rüdiger Safranski: Nietzsche – Biographie seines Denkens (2000) No ratings yet.

Am Anfang der Biografie Friedrich Nietzsches steht der Versuch, dem eigenen Leben auf die Schliche zu kommen. Zwischen 1858 und 1868 entstanden neun autobiografische Skizzen, mit denen der „Abenteurer und Weltumsegler der inneren Welt“ die eigene Existenz ergründen wollte. Ein unglückliches Unterfangen, schreibt Rüdiger Safranski in seinem neuen Buch, da „er sich dennoch ein Geheimnis“ und terra incognita geblieben sei.

In Nietzsche. Biographie seines Denkens nun hat der 55-jährige Essayist, der bereits durch Bücher zu E. T. A. Hoffmann (1984), Schopenhauer (1987) und Heidegger (1994) glänzte, das sprachliche Abenteuer gewagt, dem Lebensweg von Nietzsches Philosophie nachzuspüren.

Mit Exkursen etwa auf Wagner, Hegel, Stirner oder Eduard von Hartmann entdeckt er den denkerischen Entwicklungsgang des „Luft-Schifffahrer des Geistes“ und erschließt dem Leser so einen Panoramablick auf Nietzsches philosophische Welt.

Abgerundet wird die gut lesbare Einführung durch ein Kapitel zur Rezeption des Philosophen, die rechtzeitig zum Nietzsche-Jahr mit Büchern wie Nietzsche und der Faschismus von Bernhard Taureck, Nietzsche in Weimar von Manfred Riedel oder Nietzsche und die Deutschenvon Steven E. Aschheim bereits recht unterschiedlich — und zumeist weniger differenziert — aufbereitet wurde.

„Das ganze Leben wäre möglich, ohne dass es sich gleichsam im Spiegel sähe“, heisst es einmal bei Nietzsche, „wie ja thatsächlich auch jetzt noch bei uns der bei weitem überwiegende Theil dieses Lebens sich ohne diese Spiegelung abspielt.“

Safranski ist es geglückt, der inneren Welt des Philosophen reflektierend den Spiegel vorzuhalten. Seinem Leser jedenfalls hat er das Gefühl geschenkt, mit dem rätselhaften Philosophen etwas vertrauter geworden zu sein.
–Thomas Köster

 

 

 

 

 

 

Please rate this

Rüdiger Safranski: Schopenhauer und die wilden Jahre der Philosophie (2010) No ratings yet.

: B Ü C H E R G I L D E |

Eine Biographie
https://i1.wp.com/pictures.abebooks.com/SPITZWEG/10644244990.jpg?w=788&ssl=1Warum fasziniert uns heute der Philosoph, der zum unverbesserlichen Pessimisten abgestempelt wurde, weil der inmitten der Aufbruchsjahre des deutschen Idealismus ein Weltbild der Skepsis entwarf? Mitreißend erzählt Rüdiger Safranski, wie Schopenhauer zu seiner Philosophie gekommen ist und was diese Philosophie dann aus ihm gemacht hat.
Während Hegel an der Berliner Universität vor vollem Auditorium seinen zukunftsfrohen, arbeitenden Weltgeist vorführt, erläutert Schopenhauer, nur einige Räume von ihm entfernt, seine Absage an die Heilserwartungen der Geschichte. Aber kaum jemand will ihn hören. Seine Skepsis und nüchterne Mystik finden kein Verständnis. Später wird sich das ändern. Nietzsche und andere, von Richard Wagner bis Samuel Beckett, finden bei Schopenhauer, was sie suchen: eine existentielle Philosophie, der es um Leib und Leben geht. Rüdiger Safranski verknüpft ein plastisches Zeitbild mit der Geheimgeschichte des Philosophen. Wie kommt Schopenhauer zu seiner Philosophie, und was macht dann diese Philosophie aus dem Philosophen? Darüber mitreißend zu erzählen, gelingt dem Autor auch dort noch, wo dem Leser sonst über den Abenteuern des philosophischen Denkens Hören und Sehen vergehen.

Rüdiger Safranski, 1945 geboren, ist Philosoph und vielfach preisgekrönter, in 19 Sprachen übersetzter Autor u.a. von großen Biographien, von Büchern über die menschlichen Grundfragen wie das Böse und die Wahrheit, und zuletzt der vielgepriesenen Bücher Romantik. Eine deutsche Affäre und Goethe und Schiller. Geschichte einer Freundschaft.

„Eine Philosophie, in der man zwischen den Seiten nicht die Tränen, das Heulen und das Zähneklappern und das furchtbare Getöse des gegenseitigen Mordens hört, ist keine Philosophie.“
Arthur Schopenhauer

Leinen mit Schutzumschlag, 560 Seiten

Please rate this

Richard Rorty: Philosophie als Kulturpolitik (2008) No ratings yet.

  • Gebundene Ausgabe: 350 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (16. April 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518584952
  • ISBN-13: 978-3518584958

Kurzbeschreibung
Mit Richard Rorty verstarb im Sommer 2007 einer der einflußreichsten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Spätestens seit seiner aufsehenerregenden Demontage des cartesianischen Selbstverständnisses der Philosophie in „Der Spiegel der Natur“ gehörte er zu den meistgelesenen Philosophen weltweit, der auch aufgrund seiner politischen Interventionen Bekanntheit erlangte. Heidegger, Wittgenstein und vor allem John Dewey waren seine Gewährsmänner, deren Einsichten er mit analytischer Brillanz für die Gegenwart fruchtbar machte. Romantische Ironie und weltbürgerliche Solidarität galten ihm mehr als philosophische Besserwisserei. Philosophie – das war für Rorty kein akademisches Fach, exklusiv zuständig für die „ersten Fragen“, sondern vielmehr eine Stimme unter vielen im großen zivilisatorischen Gespräch der Menschheit.

Philosophie als Kulturpolitik, der letzte von Rorty selbst zusammengestellte Band mit zum Teil bislang unveröffentlichten Essays, kann als sein Vermächtnis gelesen werden: Religion und Moralphilosophie, Wittgenstein und Kant, Naturalismus, romantischer Polytheismus und immer wieder die analytische Philosophie und ihre „Heilung“ durch den Pragmatismus sind die scheinbar disparaten Themen, die gleichwohl durch ein starkes Band zusammengehalten werden, nämlich die Frage nach der Rolle der Philosophie in der westlichen Kultur, genauer: Wie muß man philosophieren, um als Philosoph einen sinnvollen Beitrag zur menschlichen Kultur leisten zu können? Rortys Antwort: Man muß sich entscheiden, und zwar gegen den Elfenbeinturm und für den kulturellen Wandel durch das Gespräch – mit den Naturwissenschaften, der Kunst, der Literatur, der Religion und der Politik.

Siehe auch:

Please rate this

Foucault & Habermas? No ratings yet.

sozlog » Blog Archive » Foucault ein verkappter Habermasianer?

Auf crookedtimber hat sich angeregt durch einen Beitrag von Henry Farrell eine Diskussion darüber entsponnen, ob Foucault ein verkappter Habermasianer war. Daraufhin haben sich noch viel mehr verkappte Habermasianer gemeldet und ein wenig den herrschaftsfreien Diskurs geübt.

Eine Wissenschaftler-Gruppe aus Dänemark, Norwegen und Iralnd bietet ein informatives und aktuelles Habermas-Forum mit jeder Menge Texten und Links zu Habermas und seinem Werk an.

[guter Hinweis, ]

Please rate this