Schlagwort: politics

Nora Bossong: Schutzzone (2019) 4.5/5 (2)

ImageNach Stationen bei der UN in New York und Burundi arbeitet Mira für das Büro der Vereinten Nationen in Genf. Während sie tagsüber Berichte über Krisenregionen und Friedensmaßnahmen schreibt, eilt sie abends durch die Gänge der Luxushotels, um zwischen verfeindeten Staatsvertretern zu vermitteln. Bei einem Empfang begegnet sie Milan wieder, in dessen Familie sie nach der Trennung ihrer Eltern im Frühjahr 94 einige Monate gelebt hat.

Die Erinnerungen an diese Zeit, aber auch Milans unentschiedene Haltung zwischen gesuchter Nähe und schroffer Zurückweisung überrumpeln und faszinieren sie zugleich. Als ihre Rolle bei der Aufarbeitung des Völkermords in Burundi hinterfragt wird, gerät auch Miras Souveränität ins Wanken, ihr Glaube, sie könne von außen eingreifen, ohne selbst schuldig zu werden.

Was bedeuten Vertrauen und Verantwortung? Wie greifen Schutz und Herrschaft ineinander? Wie verhält sich Zeugenschaft zur Wahrheit? Und wer sitzt darüber zu Gericht? Hellsichtig und teilnahmsvoll geht Nora Bossong in ihrem virtuosen Roman diesen Fragen nach – in privaten Beziehungen wie auf der großen politischen Bühne – und setzt den Konflikten der Vergangenheit die Hoffnung auf Versöhnung entgegen.

Literary Awards

SPIEGEL-Bestseller
Wilhelm-Lehmann-Preis 2020

Hardcover, 332 pages
Published September 9th 2019 by Suhrkamp
ISBN 3518428829 (ISBN13: 9783518428825)
Edition Language German

 

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Fatma Aydemir (Editor) e.a.: Eure Heimat ist unser Albtraum (2019) 3/5 (2)

44024253. sy475 Was bedeutet es, sich bei jeder Krise im Namen des gesamten Heimatlandes oder der Religionszugehörigkeit der Eltern rechtfertigen zu müssen? Wie viel Vertrauen besteht nach dem NSU-Skandal noch in die Sicherheitsbehörden? Und wie wirkt sich Rassismus auf die Sexualität aus?

Dieses Buch ist ein Manifest gegen Heimat. 14 Autor_innen geben in persönlichen Essays Einblick in ihren Alltag und halten Deutschland den Spiegel vor: einem Land, das sich als vorbildliche Demokratie begreift und gleichzeitig einen Teil seiner Mitglieder als “anders” markiert, kaum schützt oder wertschätzt.

Mit Beiträgen von Fatma Aydemir (Editor), Hengameh Yaghoobifarah (Editor), Simone Dede Ayivi, Max Czollek, Olga Grjasnowa, Enrico Ippolito, Sharon Dodua Otoo, Reyhan Sahin, Sasha Marianna Salzmann, Mithu Sanyal, Nadia Shehadeh, Margarete Stokowski, Deniz Utlu, Vina Yun

Hardcover, 202 pages
Published February 22nd 2019 by Ullstein fünf
Original Title Eure Heimat ist unser Albtraum
ISBN 3961010366 (ISBN13: 9783961010363)
Edition Language German

FAZ: Nervt, bitte! Die Herausgeberinnen der Anthologie „Eure Heimat ist unser Albtraum“ Fatma Aydemir und Hengameh Yaghoobifarah
Bildbeschreibung einblenden „Eure Heimat ist unser Albtraum“: Vierzehn Publizisten und Autoren, die oft nur über die Länder ihrer Eltern, ihrer Großeltern schreiben sollen, widmen sich einem sehr deutschen Begriff. Ja, Ausländer und Kinder von Ausländern nerven, nerven auch Ausländer wie mich. Die Unbekannten, die zu laut Italienisch sprechen in der Bahn. Die Freunde, die orientalisch spät zum Essen kommen. Und die Verwandten, die zu viel kochen, streiten, trinken. Überall nerven sie. Fast überall. Nur nicht im Journalismus, denn dort sind sie – die Ausländer, Migranten, Einwanderer, Flüchtlinge, Aussiedler – Ausnahmen, sind selten Redakteure. Sie schreiben, sprechen meistens dann, wenn deutsche Redakteure was übers Kopftuch wissen wollen und über Erdog?an und Putin und andere Mächtige aus ihren alten Heimatländern oder den Heimatländern ihrer Eltern. Von Anna Prizkau Aktualisiert am 04.03.2019-20:53

SZ: Literatur:Wer hat hier die Füße unter wessen Tisch? In dem Sammelband „Eure Heimat ist unser Albtraum“ loten vierzehn Autorinnen und Autoren, die in erster, zweiter oder dritter Generation in Deutschland leben, aus, was Heimat für sie bedeutet. Das Buch ist trotzdem weit entfernt von der sogenannten „Migrationsliteratur“ früherer Generationen. Hier sprechen Menschen, die Deutschland selbstverständlich als ihre Heimat ansehen und sich vor allem fragen, wo ihr Platz in dieser Heimat ist und wie sie diesen gestalten. Von Verena Mayer 22. März 2019, 16:16 Uhr

literaturkritik.de: Identitätspolitische Scharmützel. 14 Autor_innen gegen Horst Seehofer, die AfD und den NSU. Von Sylke Kirschnick Erschienen am: 25.06.2019

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