SchlagwortReligion

Ian McEwan: Kindeswohl (2015), orig. The Children Act (2014) 4/5 (1)

Kindeswohl

Familienrecht ist das Spezialgebiet der Richterin Fiona Maye: Scheidungen, Sorgerecht, Fragen des Kindeswohls. In ihrer eigenen Ehe ist sie seit über dreißig Jahren glücklich. Da unterbreitet ihr Mann ihr einen schockierenden Vorschlag. Und zugleich muss sie einen dringlichen Gerichtsfall entscheiden, in dem es um den Widerstreit zwischen Religion und Medizin geht – und um Leben und Tod eines siebzehnjährigen Jungen.

  • Hardcover, 224 pages
  • Published January 9th 2015 by Diogenes (first published 2014)
  • ISBN 3257069162   (ISBN13: 9783257069167 )

    Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot (Hampshire), lebt in London. 1998 erhielt er für Amsterdam den Booker-Preis und 1999 den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung für das Gesamtwerk. Sein Roman Abbitte wurde zum Weltbestseller und mit Keira Knightley verfilmt. Er ist Mitglied der Royal Society of Literature, der Royal Society of Arts und der American Academy of Arts and Sciences.

    Website von Ian McEwan »

     

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Zadie Smith: Zähne zeigen (2010) 4.33/5 (3)

https://i0.wp.com/s3.amazonaws.com/covercloud/978-3-462-32052-7_xl.jpg?w=788Pressestimmen
„‚Zähne zeigen‘ ist leichtfüßige, lebenslustige und vor allem: liebevoll gestaltete Literatur.“ Die Welt „Lustiger als Rushdie: der verblüffende Erstlingsroman ‚Zähne zeigen‘ von Zadie Smith. Die Themen sind groß, von denen Zadie Smith erzählt, und die Menschen sind klein, und wie sie beides zusammenbringt, das ist eine Meisterleistung, die doch ein wenig staunen macht.“ Georg Diez, Süddeutsche Zeitung

„Um Samad, Archie und ihre Familien entfaltet Zadie Smith in ihrem Debütroman ‚Zähne zeigen‘ ein England, in dem das Britische so aufgeweicht ist wie zu lange gekochter Kohl. Hochtrabende Deutungen einer multikulturell engagierten Kritikergarde wischt sie in den Interviews mit einer lässigen Handbewegung vom Tisch: Sie habe einfach ein lustiges Buch über Leute mit verschiedenen Hautfarben schreiben wollen. Das ist ihr ohne Zweifel gelungen.“ Annette Pehnt, FAZ
Kurzbeschreibung
Zadie Smiths preisgekrönter Bestseller – jetzt erstmalig als KiWi-Paperback.
Als Zadie Smiths Debütroman 2000 erschien, wurde er als literarische Sensation gefeiert, mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, und er stand wochenlang auf den Bestsellerlisten. Mittlerweile gilt das Buch als Klassiker der englischsprachigen Gegenwartsliteratur und liest sich heute, zehn Jahre nach seinem Erscheinen, immer noch genauso frisch wie damals. Jetzt ist der Roman endlich wieder lieferbar.
Im Zweiten Weltkrieg verpassen die Soldaten Archie Jones und Samad Iqbal ihre große Chance auf eine Heldentat – den einzigen Nazi, dem sie begegnen, lassen sie laufen. Dreißig Jahre später kämpfen beide in London mit zerplatzten Träumen, jüngeren Ehefrauen, widerspenstigen Kindern und den großen Themen ihres Lebens: Herkunft, Religion, Hautfarbe und Geschichte.

  • Broschiert: 643 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1., Auflage (23. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462042440
  • ISBN-13: 978-3462042443
  •  en.wikipedia.org/
  • goodreads.com

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Jürgen Wertheimer: Als Maria Gott erfand (2009) No ratings yet.

 

 

 

 

 

 

 

 

  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: Pendo (April 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 386612208X
  • ISBN-13: 978-3866122086

Maria hat es weiß Gott nicht leicht. Denn kurz nach der Hochzeit stellt sich heraus, dass Joseph schwul ist. Kein Wunder, dass sich Maria in eine Affäre mit dem Wanderprediger Johannes flüchtet. Doch die Folgen lassen nicht lange auf sich warten: Sie wird schwanger. Und da reift in Maria, die sich schon immer zu Höherem berufen fühlte, und Joseph, der dem Theater verfallen ist, der Plan, zur bevorstehenden Geburt ihres Sohnes eine Geschichte zu erfinden, die nur deshalb funktionieren kann, weil sie so unglaublich ist. Eine Geschichte, an die noch heute Millionen von Menschen glauben. Doch damit nicht genug …
Über den Autor
Prof. Dr. Jürgen Wertheimer, geb. in München, studierte Germanistik, Komparatistik, Anglistik und Kunstgeschichte in München, Siena und Rom. Seit 1991 ist er renommierter Professor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Komparatistik in Tübingen. Provoziert durch das Erstarken des Katholizismus und seiner Dogmen, versucht der Katholik Wertheimer, die Figur der Maria vor den Auslegungen der katholischen Kirche zu retten. Als Maria Gott erfand ist Jürgen Wertheimers erster Roman.

 

 

Rezension: Die Zeit

 

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Wellershoff, Dieter: Der Himmel ist kein Ort (2010) 4/5 (2)

Mit seinem neuen Roman erweist sich Dieter Wellershoff erneut als Meister der subtilen Einfühlung und der insistierenden Infragestellung von Üblichkeiten und Gewissheiten. Mit der Geschichte des evangelischen Pfarrers Ralf Henrichsen, der die Folgen eines tragischen Verkehrsunfalls seelsorgerisch begleiten muss und dadurch in eine existentielle Krise gerät, erzählt er von einem Prototypen unserer Zeit: dem problematischen Individuum in einer zufälligen Welt, dessen Sinn- und Lebensentwürfe unter erhöhtem Rechtfertigungsdruck stehen.
Der Roman beginnt wie ein Krimi und entwickelt sich zu einem figurenreichen Gesellschaftsdrama. Hauptfigur ist ein junger Landpfarrer, der eines Nachts zu einem Unfallort gerufen wird. Ein Auto ist von der Straße abgekommen und in einen See gestürzt. Der Fahrer hat sich gerettet, seine Frau und sein Sohn werden leblos geborgen. Wie das geschehen konnte, ist unklar. Schon bald nimmt das angebliche Unglück unheimliche Züge an. Der Pfarrer hält trotzdem an der Unschuldsvermutung fest und bringt fast alle Gemeindemitglieder gegen sich auf.
Dieter Wellershoff erzählt mit ausgeprägtem Gespür für Stimmungen und Gefühle, wie ein Mann, der in der Gewissheit einer sinnstiftenden Ordnung gelebt hat, an Grenzen gerät – seine eigenen und die einer Institution, deren Anspruch es ist, Orientierung zu bieten und Halt zu gewähren.

Rezension: FAZ – Der Pfarrer und das liebe Vieh,

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Jack London: Die konzentrischen Tode () No ratings yet.

: B Ü C H E R G I L D E | London, Jack | Die konzentrischen Tode

Die Bibliothek von Babel
Band 14

Jack London

Die Erzählungen von Jack London entführen, wie seine berühmten Abenteuerromane, in fremde und entlegene Regionen der Welt: Sie spielen auf einem Atoll in der Karibik, auf dem amerikanischen Kontinent oder in der Arktis. London scheint überall heimisch zu sein.
Er findet zu all den dort lebenden Ureinwohnern einen Zugang und schildert ihre Traditionen, ihre Religion oder den Umgang mit dem Tod auf packende Weise, ganz ohne zu werten. Eine lohnende und bereichernde Lektüre – auch heute noch.

»Das Talent Londons war das eines geschickten Journalisten, der sein Handwerk beherrscht.«
Jorge Luis Borges

Jack London – sein wahrer Name war John Griffith – wurde 1876 als unehelicher Sohn eines umherziehenden Astrologen in San Francisco geboren. Seinen Lebensunterhalt musste er schon früh selbst verdienen und führte so ein abenteuerliches und bewegtes Leben als Fabrikarbeiter, Goldsucher, Landstreicher, Soldat, Perlenfischer und Kriegsberichterstatter. Jack Londons Tiergeschichten und Abenteuerromane – zu seinen berühmtesten Werken gehören die Romane Ruf der Wildnis und Der Seewolf – wurden in alle Sprachen übersetzt und brachten ihm schließlich ein Vermögen ein. Im Alter von vierzig Jahren setzte Jack London seinem Leben selbst ein Ende.

Aus dem Englischen von
Eduard Thorsch

Erzählungen:

  • Das Haus Mapuhis
  • Das Gesetz des Lebens
  • Das verlorene Gesicht
  • Die konzentrischen Tode
  • Der Schatten und das Funkeln

Die Bibliothek von Babel, Band 14, 136 Seiten

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Richard Rorty: Philosophie als Kulturpolitik (2008) No ratings yet.

  • Gebundene Ausgabe: 350 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (16. April 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518584952
  • ISBN-13: 978-3518584958

Kurzbeschreibung
Mit Richard Rorty verstarb im Sommer 2007 einer der einflußreichsten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Spätestens seit seiner aufsehenerregenden Demontage des cartesianischen Selbstverständnisses der Philosophie in „Der Spiegel der Natur“ gehörte er zu den meistgelesenen Philosophen weltweit, der auch aufgrund seiner politischen Interventionen Bekanntheit erlangte. Heidegger, Wittgenstein und vor allem John Dewey waren seine Gewährsmänner, deren Einsichten er mit analytischer Brillanz für die Gegenwart fruchtbar machte. Romantische Ironie und weltbürgerliche Solidarität galten ihm mehr als philosophische Besserwisserei. Philosophie – das war für Rorty kein akademisches Fach, exklusiv zuständig für die „ersten Fragen“, sondern vielmehr eine Stimme unter vielen im großen zivilisatorischen Gespräch der Menschheit.

Philosophie als Kulturpolitik, der letzte von Rorty selbst zusammengestellte Band mit zum Teil bislang unveröffentlichten Essays, kann als sein Vermächtnis gelesen werden: Religion und Moralphilosophie, Wittgenstein und Kant, Naturalismus, romantischer Polytheismus und immer wieder die analytische Philosophie und ihre „Heilung“ durch den Pragmatismus sind die scheinbar disparaten Themen, die gleichwohl durch ein starkes Band zusammengehalten werden, nämlich die Frage nach der Rolle der Philosophie in der westlichen Kultur, genauer: Wie muß man philosophieren, um als Philosoph einen sinnvollen Beitrag zur menschlichen Kultur leisten zu können? Rortys Antwort: Man muß sich entscheiden, und zwar gegen den Elfenbeinturm und für den kulturellen Wandel durch das Gespräch – mit den Naturwissenschaften, der Kunst, der Literatur, der Religion und der Politik.

Siehe auch:

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Ist Gott gefährlich? No ratings yet.

Soziologie und ihre mediale Aufmerksamkeit: Gott ist gefaehrlich

Gott ist gefährlich“ schreibt Ulrich Beck heute in DER ZEIT. Er führt 5 Thesen an, warum alle Humanität der Religion einen totalitären Kern innehat: „Religion setzt ein Merkmal absolut – glauben. Alle anderen sozialen Unterschiede und Gegensätze sind daran gemessen unerheblich. Das Neue Testament sagt: ‚Vor Gott sind alle gleich.‘ Diese Gleichheit, diese Aufhebung der Grenzen, die Menschen, Gruppen, Gesellschaften, Kulturen trennen, ist die Gesellschaftsgrundlage der (christlichen) Religionen. Die Folge allerdings ist: Mit derselben Absolutheit, mit der Unterscheidungen des Sozialen und Politischen aufgehoben werden, wird eine neue Fundamentalunterscheidung und Hierarchie in die Welt gesetzt – die zwischen Gläubigen und Ungläubigen.“

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Jürgen Habermas in der NZZ: Ein Bewusstsein von dem, was fehlt No ratings yet.

NZZ Online

10. Februar 2007, Neue Zürcher Zeitung
Über Glauben und Wissen und den Defaitismus der modernen Vernunft Vernunft und Religion verstricken sich auch in der Moderne noch gegenseitig in Lernprozesse. Die selbstkritische Auseinandersetzung der säkularen Vernunft mit Glaubensüberzeugungen vermöchte das Bewusstsein für das Unabgegoltene religiöser Überlieferungen zu schärfen und die Vernunft gegen einen ihr innewohnenden Defaitismus zu stärken.
Von Jürgen Habermas

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Was ist eine gute Religion? No ratings yet.

Grenzgang mit Humor (Feuilleton, NZZ Online)

Am Ende des Jahrhunderts der Aufklärung und der Religionskritik steht die heitere, bei Jean Paul geradezu entschlossen-lustvolle Resignation modernen Denkens angesichts der Grenzen, über die es nicht hinauskommt. Gute, moderne Religiosität ist ein Grenzgang. Dieses Grenzgängertum, so zeigt sich heute, werden wir in der Moderne nicht los. Es gehört vielmehr zum Wesen der Moderne. Diesseits der Grenze beschreibt man den Glauben als Poesie, als metaphysische Vorstellungswelt, als subjektive Erfahrung. Jenseits der Grenze – glaubt man.

so das Fazit des Soziologen Gerhard Schulze in einem Artikel der NZZ.

[via soziologische aufmerksamkeit ; siehe auch sozlog von Tina Guenther, deren lesenswerten Gedanken zu Schulzes Monografie „Die Sünde. Das schöne Leben und seine Feinde“ hier zu finden sind. Wo ich schon mal dabei bin: weitere Rezensionen dazu auf der Website von Gerhard Schulze.]

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Jürgen Habermas: Zwischen Naturalismus und Religion. Philosophische Aufsätze No ratings yet.

Zwischen Naturalismus und Religion. Philosophische Aufsätze

Author: Jürgen Habermas

Year: 2005

Publisher: Suhrkamp

ISBN: 3518584472

Kurzbeschreibung
Zwei gegenläufige Tendenzen kennzeichnen heute die geistige Situation der Zeit: die Ausbreitung naturalistischer Weltbilder und die religiöser Orthodoxien. Auf der einen Seite dringt mit den Fortschritten in Biogenetik, Hirnforschung und Robotik eine naturwissenschaftlich objektivierte Selbstauffassung von Personen auch in alltägliche Handlungszusammenhänge ein.

Mit dieser Tendenz verbindet sich für die Philosophie die Herausforderung eines szientistischen Naturalismus:
Strittig ist nicht die Tatsache, daß alle Operationen des menschlichen Geistes durchgängig von organischen Substraten abhängig sind. Die Kontroverse geht vielmehr um die richtige Art eines naturalistischen Verständnisses der kulturellen Evolution. Dieser Tendenz begegnet auf der anderen Seite eine unerwartete Revitalisierung von Glaubensüberlieferungen und die weltweite Politisierung von Glaubensgemeinschaften. Mit dieser Wiederbelebung religiöser Kräfte verbindet sich für die Philosophie die Herausforderung einer Grundsatzkritik am nachmetaphysischen und nichtreligiösen Selbstverständnis der westlichen Moderne: Strittig ist nicht die Tatsache, daß es politische Gestaltungsmöglichkeiten nur noch innerhalb des alternativlos gewordenen Universums der im Westen entstandenen wissenschaftlich-technischen und wirtschaftlichen Infrastrukturen gibt.

Kontrovers ist vielmehr die richtige Deutung der Säkularisierungsfolgen einer kulturellen und gesellschaftlichen Rationalisierung. Der vorliegende Band versammelt Aufsätze, die sich im Horizont dieser Fragestellungen bewegen. Durch alle Beiträge zieht sich als roter Faden die Intention hindurch, den gegenläufigen, aber komplementären Herausforderungen von Naturalismus und Religion mit dem nachmetaphysischen Beharren auf dem normativen Eigensinn einer detranszendentalisierten Vernunft zu begegnen.


Rezension in der ZEIT – 13.10.2005 Nr.42
Die Religion der Moderne
In seinem neuen Buch setzt sich Jürgen Habermas mit dem naturalistischen Weltbild der Hirnforschung und dem Einfluss religiöser Orthodoxien auseinander
Hans Joas

Habermas präsentiert sich bei aller Distanznahme im Einzelnen als ein neuer Kant – ein Kant der kommunikativen Vernunft und des Zeitalters nach Darwin. Es ist kein Zufall, dass die Studie zu Kants Religionsphilosophie wohl die brillanteste des Bandes ist. Auch die Haltung des Moralisten Kant zur Religion wird in ihrer mehrfachen Ausrichtung übernommen. Die eher technischen Teile des Bandes – Auseinandersetzungen mit Denkern, die Habermas in verschiedener Weise verbunden sind wie Adorno, Apel, McCarthy und Menke – zeigen den enormen Anspruch dieser Philosophie.

Rezension in der FAZ
Der Kern entzieht sich dem Argument
Jürgen Habermas hält eine abgerüstete Religion für vernünftig
Von Michael Pawlik

25. November 2005

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Wiederkehr der Religion? No ratings yet.

Zu Hunderttausenden strömen Jugendliche zum Papst nach Köln. Ist Glauben wieder modern?

Von Herbert Schnädelbach

In der ZEIT vom 11.08.2005 betrachtet Herbert Schnädelbach den Weltjugendtag unter dem Aspekt der Suche nach Sinn, Orientierung und Wert. Religion sollte da was zu bieten haben. Doch in aller Regel ist es bestenfalls ein Gefühl davon.

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