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Siegried Lenz: Schweigeminute (2008) 4/5 (7)

Die Schweigeminute von Siegfried Lenz | Rezension von der BuchhexeDas Ende eines Sommers, ein verschlafener Fischerhafen an der Ostsee und der Beginn eines großen Gefühls, das nicht sein darf: Kurz vor Beginn des neuen Schuljahrs verliebt sich der 18-jährige Christian in seine neue Englischlehrerin Stella Petersen.

In einem Moment unverhoffter Leichtigkeit und Freiheit, in der Dünen- und Meerlandschaft fernab des kleinen Ortes, entdecken Stella und Christian eine geteilte Sehnsucht und eine Anziehung zueinander, deren Intensität beide überwältigt. Doch bald nachdem der Unterricht wieder begonnen hat, droht das geheime Verhältnis zwischen der jungen Lehrerin und ihrem Schüler zum Skandal zu werden: Christians Eltern, seine Mitschüler und das Lehrerkollegium äußern Misstrauen, Besorgnis und Empörung. Während Stella sich Christian immer wieder entzieht, schmiedet der bereits Pläne für eine gemeinsame Zukunft. Als Stella dann bei einem Segelunfall verunglückt, bricht für Christian eine Welt zusammen.

  • Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
  • Verlag: Hoffmann und Campe (5. Mai 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3455042848
  • ISBN-13: 978-3455042849

Siehe auch die Rezension in der FAZ: „Schweigeminute“ von Siegfried Lenz: Die Meerfrau und der Steinfischer

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John Updike: Terrorist (2009) 4/5 (1)

Ahmed ist nicht von dieser Welt — und will so schnell wie möglich ins Paradies. Der 18-jährige Junge, der mit seiner irischen Mutter in New Prospect im US-Bundesstaat New Jersey aufwächst, will sich trotz seiner Schwäche für ein Mädchen aus dem christlichen Kirchenchor ganz und gar Allah verschreiben. Sein arabischer Vater hat die Familie in jenem Moment verlassen, als die Erinnerung an ihn hätte einsetzen können: Jetzt füllt der Koranlehrer Imam Scheich Rashid die Lücke aus. Er pflanzt in dem hoch intelligenten Jungen den Wunsch, statt eines Studiums lieber den Lkw-Führerschein zu machen, und vermittelt ihm eine Anstellung in einem zwielichtigen Möbelhaus, in dem die Sitzgarnituren manchmal Unmengen an Dollarscheinen enthalten, sofern die Adressaten „echte Gläubige Allahs“ sind. Nur Jack Levy, ein längst von seinem Gott verlassener jüdischer Schülerberater mit einer Schwäche für Ahmeds Mutter, glaubt noch an die weltliche Zukunft des Jungen. Der aber ist schon als Selbstmordattentäter mit einem Sprengstofflaster auf dem Weg in einen vielbefahrenen Tunnel, um möglichst viele der ungläubigen Teufel mit in den Tod zu reißen ….“Es gibt genug Menschen, die vor der arabischen Bedrohung warnen”, sagte der Altmeister der US-Literatur John Updike im Umfeld seines Romans Terrorist. „Da mag man es mir zugestehen, den jungen Mann so sympathisch darzustellen, wie es mir möglich ist. Er ist mein Held. Ich habe versucht, ihn zu verstehen und seine Welt zu beschreiben.“ Dieser Versuch ist Updike uneingeschränkt gelungen — so gut, dass man fast gewillt ist, seine Motive zu verstehen. Denn die amerikanische Gesellschaft, die Updike aus der Perspektive seines Protagonisten beschreibt, ist derart sinnleer, korrupt und sexualisiert, dass man ihr bei der Lektüre selbst eher Abscheu entgegen bringt.

Durch zwei Figuren aber ist es Updike gelungen, eine Art Gegengewicht zur konservativen Kulturkritik seines Romans zu schaffen: Da ist zum einen Joryleen Grant, das Mädchen aus dem Kirchenchor, das von ihrem primitiven Freund zur Prostitution überredet wird und für die Ahmed den Imam um jenen Beistand bittet, der als Hinterbliebener eigentlich seiner Mutter zustehen würde. Und da ist zum anderen Ahmed selbst, der am Ende aufgrund der Manipulationen islamischer Fundamentalisten und eingeschleuster CIA-Spitzel im Terroristenumfeld gleich doppelt einsam ist. Auch wenn Updike gegen Ende seine politische Parabel vom Krieg der Welten im dramatischen Showdown in einer unbefriedigenden privaten Lösung ausklingen lässt, ist Terrorist ein erschreckend eindringlicher, aufwühlender Roman über das, was vielleicht gerade in diesem Moment wieder irgendwo in einer westlichen Großstadt passiert. Große Literatur. –Thomas Köster

  • Broschiert: 400 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb. (2. Januar 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • Rezension Die ZEIT

 

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Linux für die Lehrausbildung in NRW No ratings yet.

Medienberatung NRW

„Seminarix“ – Freie Software für die Lehrerausbildung
News vom 25.04.2007
In diesen Tagen wird allen nordrhein-westfälischen Studienseminaren, den Medienzentren und den Kompetenzteams NRW das kostenlose Software-Angebot „Seminarix“ zur Unterstützung der Lehrerausbildung zugesandt. Die „Seminarix“-CD enthält, auf der Grundlage des freien Betriebssystems Debian-Linux, freie Software zu zentralen Bereichen der Lehrerausbildung. Die Inhalte und Anwendungen dürfen kostenfrei und unbeschränkt weitergegeben und vervielfältigt werden. Ziel des „Seminarix“-Angebotes ist es, allen Studienseminaren in NRW eine Alternative zu kostenpflichtigen Software-Lösungen bereitzustellen.

Seminarix ist ein Gemeinschaftsprojekt der G-N-U GmbH, der Hewlett-Packard GmbH, der Intel GmbH, der Medienberatung NRW, der Stiftung Partner für Schule NRW sowie dem Studienseminar Neuss.

Zu den Exemplaren liegen auf verschiedenen Servern (z.B. unter www.studienseminar-neuss.de) die ISO-Files der CD zum kostenfreien Download bereit. Hilfen und Anregungen zur systematischen Anwendung der Software enthält die Broschüre „Medienkonzept Studienseminare“, die unter www.medienberatung.nrw.de/fachthema/publikationen/schriften/meko-seminare.htm zum Download bereit steht. Die Online-Version einer Schüler-CD ist unter www.schueler-cd.de/cms/website.php?id=/de/index.htm zugänglich.

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Juli Zeh: Spieltrieb (2006) 3.8/5 (5)

Juli Zeh: Spieltrieb

Das Zeitalter der Fische

Juli Zeh stellt die Tradition der deutschen Schülertragödie auf den Kopf: Die Bestien sind nicht mehr die Lehrer, sondern die Schüler Von Ulrich Greiner

siehe auch:  DIE ZEIT 21.10.2004 Nr.44

In Ödön von Horváths Roman Jugend ohne Gott (1937) gibt es einen Mörder, den Schüler T, über den ein Mitschüler sagt: »Immer möcht er alles genau wissen, wie es wirklich ist, und er hat mir mal gesagt, er möcht es gern sehen, wie einer stirbt.« An anderer Stelle unterhält sich der Lehrer mit einem Kollegen über die neue, ihnen fremd gewordene Generation, und der andere bemerkt: »Sie lesen alles. Aber sie lesen nur, um spötteln zu können. Sie leben in einem Paradies der Dummheit, und ihr Ideal ist der Hohn. Es kommen kalte Zeiten, das Zeitalter der Fische.

  • Rating: 5 out of 5
  • Author: Juli Zeh
  • Year: 2006
  • Publisher: btb Verlag
  • ISBN: 3442733693

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