Schlagwort: Silvia Bovenschen

FAZ – Silvia Bovenschen im Interview No ratings yet.

Interview: Wie geht es unserer Literatur, Frau Bovenschen? – Bücher – Feuilleton – FAZ.NET

14. April 2008 Silvia Bovenschen steht in der Tür ihrer Wohnung in Berlin-Charlottenburg und strahlt. Eigentlich wollen wir über ihr neues Buch sprechen, aber noch bevor ich das Aufnahmegerät auch nur auspacken kann, hat sie sich schon eine Zigarette angesteckt und fröhlich die Malaisen der deutschen Gegenwartsliteratur aufgezählt. Endlich ist die Technik so weit – und Silvia Bovenschen legt gleich los.

Please rate this

Silvia Bovenschen: Älter werden (2006) 4/5 (1)

https://i1.wp.com/bilder.buecher.de/produkte/20/20851/20851906z.jpg?w=788&ssl=1

Die weite Strecke der vergehenden Jahre verknappt sich endlich unter dem Druck eines »Noch«. Bittere Einsicht, in das, was »noch geht« oder »nicht mehr«. Es wird bilanziert. Bei gesichertem Wohlstand jedenfalls scheinen es die Freundschaften zu sein, die uns tragen – selbst wenn sie sich auf das Ritual der Vertrautheit reduziert haben.

Der Rest. »Plötzlich entdeckt man, dass der Weg nirgendwohin führt, außer zum Grab«, heißt es bei Beauvoir. Weshalb die Gedanken zurückschrecken, auch bei Bovenschen, vor dem, was sie »die Unerhörtheit ständiger Abwesenheit« nennt. Horror vacui, vor dem Nichts, in dem wir alle entschwinden. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Publisher: Fischer (S.), Frankfurt

ISBN: 3100035127

© DIE ZEIT, 28.09.2006 Nr. 40
Zurück geht nicht
Von Susanne Mayer
Silvia Bovenschen erteilt uns eine elegante Lektion, wie wir dem Alter begegnen könnten.

  • Am 25. Oktober 2017 ist die Literaturwissenschaftlerin, Autorin und Essayistin Silvia Bovenschen im Alter von 71 Jahren in Berlin gestorben. Ihre Dissertation Die imaginierte Weiblichkeit. Exemplarische Untersuchungen zu kulturgeschichtlichen und literarischen Präsentationsformen des Weiblichen avancierte schnell zu einem feministischen Standardwerk. Ihr letzter Roman Lug und Trug und Rat und Streben ist für März 2018 angekündigt. 
  • Zum Tod von Silvia Bovenschen: aus dem Archiv von literaturkritik.de

Please rate this