SchlagwortSozialismus

Angelika Klüssendorf: Das Mädchen. Roman (2011) 2.9/5 (10)

Das Mädchen

„Angelika Klüssendorf erzählt von einem jungen starken Mädchen, das sich herausarbeitet aus allem, was sie umgibt und niederhält: die tyrannische Mutter, die autoritären Lehrer, der bürokratische Staatsapparat.

Am Anfang scheint alles schon zu Ende zu sein: Der Vater trinkt und taucht nur sporadisch auf, die Mutter lässt ihre Wut an den Kindern aus, die Klassenkameraden meiden das Mädchen, der jüngere Bruder kapselt sich völlig ab. Und doch gibt es eine Kraft, die das Mädchen trägt. Die Bilder aus »Brehms Tierleben«, die sie bewundert, der Traum vom kleinen Haus mit Garten auf dem Lande, Grimms Märchen. Und immer wieder Menschen, die ihr etwas bedeuten und die sie halten. Eines hat sie gelernt: Man muss sich holen, was man braucht. Auch wenn sie mehrfach beim Ladendiebstahl erwischt und schließlich ins Heim gesteckt wird, kann sie sich auch dort auf die neue Lage einstellen. Und das Kinderheim wird auf überraschende Weise zu einem Refugium, wo Kindheit erstmals gelebt werden kann.

Mit ihrer klaren, knappen, präzisen Prosa, großer Lakonie und trockenem Humor versetzt Angelika Klüssendorf den Leser in eine Welt, die das Kindsein kaum zulässt. Atemlos folgt man einer Heranwachsenden, die nichts hat, worauf sie sich verlassen kann, und trotzdem den Lebenswillen nicht verliert – kein bemitleidenswertes Opfer, sondern ein starker, abgründiger Charakter. Ein literarisches Meisterwerk!“ (KiWi)

Hardcover, 182 pages
Published August 18th 2011 by Kiepenheuer & Witsch (first published 2011)
ISBN 346204284X (ISBN13: 9783462042849)

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Fegefeuer des Marktes No ratings yet.

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Die Zeit

Der neue Kapitalismus ist zu einer Weltanschauung geworden. Er begnügt sich nicht mehr mit der Wirtschaft. Er will unser Leben und Denken beherrschen

Von Jens Jessen

Der Kapitalismus hat sein Gesicht verändert. Weit scheint heute die Zeit des Jubels von 1989 zurückzuliegen, als der Zusammenbruch des sozialistischen Lagers allgemein wie ein Triumph der freien Marktwirtschaft gefeiert wurde. Nur der konservative Soziologe Niklas Luhmann, gewiss kein Nostalgiker des Sozialismus, wollte damals von keinem Sieg sprechen: Er meinte, man könne allenfalls und höchstens die Formulierung wagen, dass der Sozialismus früher als der Kapitalismus zusammengebrochen sei.

weiter …

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Jeremy Rifkin und die Zukunft des Kapitalismus No ratings yet.

Unter der Überschrift “Europa, wir brauchen dich” sucht Rifkin nach einem Weg zwischen Kapitalismus und Sozialismus. Dabei interpretiert er das Nein zur EU-Verfassung als Protest gegen den ökonomischen Wildwuchs und folgert: “Die Marktwirtschaft muss reformiert werden.”

Vor uns liegt die schwierige Aufgabe, einen intelligenten und wohlüberlegten Kurs einzuschlagen, der ein ausgewogenes Spannungsverhältnis zwischen dem Unternehmungsgeist des Kapitalismus und der gesellschaftlichen Solidarität des Sozialismus aufrechterhält, ohne dass eine der beiden Visionen den entscheidenden Gehalt der anderen zerstört. Wir sind schließlich, jeder Einzelne von uns, eine Verkörperung beider Geisteshaltungen. Wir wollen unsere Eigeninteressen verfolgen und bleiben uns gleichzeitig bewusst, dass wir für unsere Mitmenschen Verantwortung tragen.

[Neu ist das nicht. Aber liest sich gut.]

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