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Clara Boyd: Toile obscure (2017) 4/5 (1)

55159115. sy475 Der Journalistik-Student Lucas Forestier arbeitet in einem Gymnasium als Aufseher. Als er verschwindet und einige Zeit darauf ermordet aufgefunden wird, deutet zunächst alles auf Mord aus Eifersucht hin. Doch dann bekommen Inspecteur Cliquot und seine Assistentin Nathalie einen entscheidenden Hinweis von drei Gymnasiasten auf kriminelle Machenschaften im Darknet. Aber was hatte Lucas mit dem „Dunklen Netz“ zu tun und warum musste er sterben? Cliquot und Nathalie ermitteln in der unheimlichen Welt des versteckten Internets und decken dabei ungeheuerliche Machenschaften auf …

Ein spannender Krimi für Französisch-Könner.

Die Lektüre wird didaktisch aufbereitet durch ca. 60 textbezogene Übungen, die das Niveau C1 trainieren. Besonders benutzerfreundlich durch modernes Layout, Vokabelkästen direkt auf der Seite und Glossar sowie ausführliche Infokästen zu Sprache, Grammatik und Landeskunde.

Paperback, 160 pages
Published September 17th 2017 by Circon Verlag GmbH
ISBN 3817418159 (ISBN13: 9783817418152)
Edition Language French
URL https://www.circonverlag.de/toile-obscure.html

les personnages

Françoise Férnet

la principale due Lycée Claude Lemont

Nicolas Dumelin

le gestonnaire du Lycée Claude Lemont

Olivier Perrin

Professeur de technologie au Lycée Claude Lemont

Emma Pernel

élève au Lycée

Louis Berry

élève du Lycée

Adèle Legris

la concierge

Taxi

le chien de Madame Legris

Lucas Forestier

étudiant

surveillant au Lycée

Juliette Lescaux

étudiante

petite amie de L.F.

Bernadette Lescaux

la mère de Juliette

Stéphane Brossard

étudiant

ex de Juliette

Inspecteur Cliquot

inspecteur

Nathalie Claudel

assistante de l'inspecteur

Emmanuel Chapuis

médecin légiste

 

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Hans-Josef Ortheil: Liebesnähe (2011) No ratings yet.

 Ein Mann und eine Frau treffen in einem Hotel im Alpenvorland ein. Sie bemerken einander und tauschen von da an geheime Zeichen aus. Kleine Botschaften, Hinweise auf Lektüren und Musikstücke – und ohne dass sie auch nur ein einziges Wort miteinander wechseln, verwickeln sie sich in das Mysterium der Annäherung und einer ungewöhnlichen Liebe, für die nur die Liebe selber zählt.

»Liebesnähe« ist die Geschichte einer Frau und eines Mannes, die sich zufällig in einem einsam gelegenen Hotel treffen. Vom ersten Augenblick dieser Begegnung an erleben beide eine rasch wachsende Anziehung. Sie sind zu vorsichtig, miteinander zu sprechen und verlegen sich stattdessen auf ein virtuoses Spiel von Zeichen und Andeutungen. Im Hintergrund dieser Annäherung zieht die Besitzerin der Hotelbuchhandlung als geheime Mittlerin ihre eigenen Fäden: Sie »füttert« die beiden Liebenden mit Büchern, die – wie der Liebestrank in »Tristan und Isolde« – eine ganz eigene, magische Wirkung entfalten und aus dem Liebesspiel schließlich ein kaum noch durchschaubares Labyrinth aus Erlebtem, Geträumtem und Gelesenem machen.

»Liebesnähe« ist nach den Romanen »Die große Liebe« (2003) und »Das Verlangen nach Liebe« (2007) der dritte Band einer Trilogie von in sich abgeschlossenen Romanen, in denen es um das Geheimnis der Liebesverständigung geht. »Liebesnähe« greift aber auch die Themen von stummer und sprachlicher Kommunikation in Ortheils letztem Roman »Die Erfindung des Lebens« auf: Erst langsam entdecken die Liebenden die jeweils eigene Sprache der Liebe mit all ihrem unverwechselbarem Vokabular.

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Guy Deutscher: Du Jane, ich Goethe (2011) No ratings yet.

Der „Niedergang“ unserer Sprache wird viel beklagt. Dabei haben die gleichen treibenden Kräfte, die hinter dem Verfall der Sprache stecken, auch deren beispiellose Entwicklung ermöglicht weg vom Niveau steinzeitlicher Äußerungen wie „Ich Tarzan, du Jane“ und hin zu den ausgeklügelten Grammatiken von heute. Wie es dazu kam und um welche Kräfte es sich handelt, das erklärt uns Guy Deutscher geistreich und mit viel Witz.

Guy Deutschers Geschichte der Sprache beginnt mit einem Paradox: „Die Sprache ist die größte Erfindung der Menschheit obwohl sie natürlich nie erfunden wurde.“ Keine Sprachkommission, kein Ältestenrat des antiken Rom hat irgendwann die ausgeklügelte lateinische Grammatik entworfen, und auch von der Möglichkeit göttlicher Eingebung möchten wir einmal absehen. Aber wie kamen wir dann weg vom Niveau steinzeitlicher Äußerungen wie „Ich Tarzan, du Jane“ und zu den komplexen Sprachen der Antike und Gegenwart? Guy Deutscher zeigt in Du Jane, ich Goethe anhand zahlreicher Beispiele, wie die ausgeklügelten Grammatiken, enormen Vokabularien und komplexen Bedeutungszusammenhänge von heute entstehen konnten.

Humorvoll vermittelt er die neuesten Erkenntnisse der Linguistik und beschreibt, wie unsere alltäglichsten Gewohnheiten die eindruckvollsten Sprachstrukturen hervor- und auch wieder zu Fall bringen. Nebenbei beantwortet Guy Deutscher in diesem Buch auch noch Fragen wie: Warum haben die meisten Sprachen kein Verb für „haben“? Warum sagte Luther „schlecht“, wenn er doch das Gegenteil meinte? Und warum scheinen Türken rückwärts zu sprechen?

  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: C.H.Beck; Auflage: 1 (29. August 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406578284

„Spannend, witzig, und ein Meisterstück zeitgenössischer Wissenschaft.“
Elizabeth C. Traugott, Stanford University

„Eine mitreißende Einführung in die Geschichte und den Wandel der Sprache.“
Chicago Tribune

Über den Autor
Dr. Guy Deutscher ist in Tel Aviv aufgewachsen und hat Mathematik und Linguistik in Cambridge studiert. Er lehrt am Institut für Sprachen und Kulturen des Mittleren Ostens an der Universität Leiden (Niederlande). Neben Büchern und linguistischen Fachbeiträgen hat er Artikel in der „Times“ und der „New York Times“ veröffentlicht.

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Paul Auster: Das rote Notizbuch (2001) 3/5 (1)

Das rote Notizbuch: Amazon.de: Paul Auster, Werner Schmitz: Bücher

Das rote Notizbuch

Kurzbeschreibung
In einem roten Notizbuch hat Paul Auster über viele Jahre Ereignisse aus seinem Leben und dem von Freunden festgehalten; Ereignisse, bei denen der Zufall eine entscheidende Rolle spielte: fünfzehn unglaubliche Erzählungen, allesamt wahr und doch so phantastisch. Beim vorliegenden Band handelt es sich um eine erweiterte Neuausgabe. „Sie können den Auster aufschlagen, wo Sie wollen, und er ist immer interessant. Ein geistreicher Schriftsteller!“ (Marcel Reich-Ranicki im Literarischen Quartett)

  • Taschenbuch: 77 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: Erw. N.-A. (1. Oktober 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499230402
  • ISBN-13: 978-3499230400

siehe auch:

The Red Notebook is a collection of stories written by American author Paul Auster in four parts. The Red Notebook in 1992, Why Write? in 1995, Accident Report in 1999 and It Don’t Mean a Thing in 2000. They are all true stories gathered from Auster’s life as well as the lives of his friends and acquaintances and they have all one thing in common: the paradox of coincidence. Auster narrates things he writes about in his fiction, making us wonder if he’s really telling us the truth. Implying that everything and everyone is somehow, mysteriously, connected to each other.

Auster tells us about the wrong number that inspired him to write City of Glass, about how he met his childhood hero Willie Mays, but didn’t have a pencil with him to get his autograph and how during all four flat tires of his life he had the same passenger in the car with him.
The Red Notebook – Wikipedia, the free encyclopedia (23 July 2009)
http://en.wikipedia.org/wiki/The_Red_Notebook

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Cesare Pavese: Die einsamen Frauen (1949: 1996) 4/5 (1)

Cesare Pavese
Image by urizenbl via Flickr

Die einsamen Frauen: Amazon.de: Cesare Pavese, Catharina Gelpke: Bücher

Mal di vivere: Paveses einsame Frauen

Im Zentrum von Cesare Paveses Roman «Die einsamen Frauen» aus dem Jahre 1949 stehen zwei Protagonistinnen, beide erfüllt mit Lebensekel, beide ergriffen von existentieller Langeweile und einem Gefühl der Leere und Einsamkeit. Clelia Oitana, die Ich-Erzählerin des erstmals 1960 auf deutsch erschienenen Buches, kehrt nach einem langen Aufenthalt in Rom in ein winterliches Turin zurück, das gerade Karneval feiert. In der Modebranche zu Ansehen und Geld gekommen, will sie in ihrer Heimatstadt eine Boutique eröffnen. Sie lernt eine Gruppe reicher Wichtigtuer und weltmännischer Pseudokünstler kennen, besucht langweilige Parties und verkommene Bars, beteiligt sich an blasierten Gesprächen und an Spritztouren an den Strand oder in die Berge. In derselben Gesellschaft verkehrt die zweite Hauptfigur: Rosetta, eine junge Angehörige der Turiner Hautevolee, die kurz zuvor einen Selbstmordversuch begangen hat.

Der Kern von Paveses Roman ist die unterschiedliche Antwort dieser beiden Frauen auf ein als nutzlos empfundenes Leben, für das der Karneval, das Theater und das Glücksspiel als Embleme stehen. Clelia flüchtet vor der Oberflächlichkeit aller menschlichen Beziehungen in ein stoisches, mühselig aufrechterhaltenes Arbeitsethos. Beruflicher Aufstieg und gesellschaftliches Ansehen werden ihr zum Rettungsanker, obwohl sie sich der Kompromisshaftigkeit dieser Haltung bewusst ist. Rosetta hingegen findet keine Existenzkrücke. Sie zerbricht an ihrer inneren Leere und begeht am Ende doch noch Selbstmord. – Paveses Tagebuchaufzeichnungen während der Niederschrift des Romans zeigen, wie tief Schicksal und Lebensgefühl der beiden weiblichen Romanfiguren in seiner eigenen Existenz wurzeln. Wie Clelia setzte Pavese auf die Arbeit als Rettung gegen das sein ganzes Dasein überschattende mal di vivere. In einem Tagebucheintrag vom 10. April 1949 bezeichnet er ein Leben ohne Vertrauen in den Beruf als Schrecken und Wüste. Doch es ist das Ende Rosettas, welches das Schicksal des Autors literarisch vorwegnimmt: gut ein Jahr nach Beendigung des Romans wählte Pavese in einem Turiner Hotelzimmer den Freitod.

Sandro Benini

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T.C. Boyle: Drop City (2003) 4/5 (2)

drop-cityDraußen, am Eingangstor der Drop City Ranch irgendwo in Kalifornien, hängt ein Sperrholzschild windschief an einem Querpfosten. „Keine Männer, keine Frauen — nur Kinder!“ steht darauf zu lesen. Und tatsächlich haben sich drinnen etwa 60 Menschen versammelt, die nicht erwachsen werden wollen: Hippies der Flower-Power-Ära, die auf dem geerbten Terrain eine Insel der Glückseligen schaffen wollen. Alles, was man zum Leben braucht, ist auf der Ranch versammelt: Ziegen und Zucchini, Platten von Jimmi Hendrix bis Country Joe and the Fish — und Drogen natürlich, jede Menge Drogen.

Aber die Welt ist nicht ganz so unschuldig in Drop City, wie seine Bewohner es sich ersehnen, schließlich befinden wir uns in einem Roman von T.C. Boyle. Ein echtes Kind schluckt LSD im Fruchtsaft, ein anderes Kind wird von den Jüngern freier Liebe vergewaltigt. Und dann tritt Gott auf in Gestalt des Sheriffs und vertreibt die Hippies aus ihrem trügerischen Paradies. So müssen sie sich auf die Reise machen ins kalte Alaska, wo wiederum eine Hütte auf sie wartet. Über die Grenze kommen sie nur, weil die zugekiffte Gruppe den Zöllnern weismacht, sie seien die Greatful Dead auf Welttournee.

Auf den Einfall, die Generation der Flower-Power-Bewegung zum Thema eines Romans zu machen, kam Boyle bei den Recherchen über die Umweltbewegung für sein Buch Ein Freund der Erde. Deshalb ist im Roman viel Kritik an einer Zeit versteckt, die ihre kindischen Verklemmungen hinter der Maske totaler Freiheit zu verbergen suchte. Ansonsten aber ist Boyle ein überaus komplexer, wunderbar lesbarer und ironisch-skurriler Roman geglückt, der in seinen besten Passagen an World’s End heranreicht. Große, leicht bekiffte Literatur. –Stefan Kellerer 

  • Broschiert: 582 Seiten
  • Verlag: Dtv (Januar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342321113X
  • ISBN-13: 978-3423211130

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Michel Ondaatje: Divisadero (2007) No ratings yet.

DivisaderoFür Claire und Anna ist ihre Mutter Lydia Mendes nur ein Gerücht, “ein Gespenst, das unser Vater nur selten erwähnte“. Nur Cooper, der seit seiner Kindheit auf der Farm im Norden Kaliforniens arbeitet, hat sie gekannt, könnte erzählen von ihr. Aber Cooper, selbst Waise und vom Vater mehr schlecht als recht geduldet, ist ein schweigsamer Mensch. Farmer soll Cooper werden, hat der Vater beschlossen. Aber der liest lieber Bücher über Gold unter dem Gras der Prärie.

Leise aber stetig entwickelt der 64-jährige Schriftsteller Michael Ondaatje (Der englische Patient) seine verwaisten Figuren, ihre verzweifelten Konstellationen und Schicksale. Auf der Suche nach dem privaten Glück verliebt sich die einsame Anna in Cooper. Als der Vater hinter die Liaison kommt, prügelt er Cooper auf brutalste Art und Weise vom Hof. Statt als Goldsucher wird er sich später als Profi-Pokerspieler verdingen. Anna geht nach Südfrankreich; allein Claire bleibt daheim, wo sich ihr Weg mit dem von Cooper nochmals kreuzt. Außenseiter und Getriebene, verlorene Seelen sie alle, getragen und verknüpft nur durch den melancholischen Tonfall von Ondaatjes grandioser Erzählung.

„Wir begriffen, dass seine Schweigsamkeit nicht aus einem Wunsch nach Alleinsein herrührte, sondern aus Unsicherheit gegenüber den Wörtern“, heißt es in Divisadero über Cooper. „Gewandt war er in der Welt materieller Dinge, in der er uns beschützte. Aber in der Welt der Sprache war er unser Schüler.“ In der Welt der Sprache, möchte man sagen, ist Ondaatje der uneingeschränkte Meister. So jedenfalls, wie er in Divisadero mit Wörtern seine Figuren und ihre Beziehungen entwickelt, macht ihm so leicht niemand etwas vor. — Isa Gerck, Literaturanzeiger.de

  •  Gebundene Ausgabe: 280 Seiten
  • Verlag: Hanser; Auflage: 4 (Mai 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446209239
  • ISBN-13: 978-3446209237

Frankreich

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Georges Simenon: Maigret macht Ferien (1947) – 2005) No ratings yet.

Maigret macht Ferien

  • Taschenbuch: 223 Seiten
  • Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: Rev. Übersetzung. (Juli 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257214855

Diesmal fahren Maigret und seine Frau wirklich in die Ferien. Doch kaum in Les Sables-d’Olonne angekommen, erkrankt Madame Maigret an einer akuten Blinddarmentzündung. Nach einem Krankenhausbesuch bei seiner Frau findet der Kommissar in seiner Jackentasche einen Zettel: Er solle aus Barmherzigkeit die Patientin in Zimmer 15 besuchen, eine hübsche, junge Frau, die bei einem Autounfall einen Schädelbruch erlitten hat. Am nächsten Tag stirbt sie an den Folgen ihrer Verletzungen. Doch Maigret wird bald klar, daß hinter diesem Unfall mehr steckt …

Autorenporträt
Georges Simenon (1903-1989) wurde in Lüttich geboren und lebte ab 1957 in der Schweiz. Er gilt als einer der besten französisch-sprachigen Kriminalautoren.

Siehe auch: de.wikipedia, en.wikipedia, fr.wikipedia, Maigret auf der Krimi-Couch, maigret.de

FAZ: Tilmann Spreckelsen

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Cees Nooteboom: Rituale (1985) No ratings yet.

  • Taschenbuch: 231 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: 6., Aufl. (28. Juni 2006)
  • Sprache: Deutsch

Cees Nooteboom legt in seinem Erfolgsroman „Rituale“ heiter und melancholisch Zeugnis ab von der weltschaffenden Kraft seines souveränen, leichten wie philosophischen Erzählens, seiner Fähigkeit, das Sein zum Schein und den Schein zum Sein zu verwandeln: Inni Wintrop will sich selbst töten, weil er in seinem Horoskop prophezeit hatte, seine Frau werde mit einem anderen durchbrennen, und er, der ja Löwe war, würde dann Selbstmord begehen. Doch wie der Tod so spielt, der Strick reißt, und Inni Wintrop sieht mit neuer Aufmerksamkeit die Menschen in seiner Stadt Amsterdam.

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José Saramago: Die Stadt der Sehenden (2006) No ratings yet.


  • Gebundene Ausgabe: 382 Seiten
  • Verlag: Rowohlt, Reinbek; Auflage: 2 (März 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498063847
  • ISBN-13: 978-3498063849

Es ist der Alptraum eines jeden Politikers, einer jeden Partei: da ist Wahl und keiner geht hin, schlimmer noch, die Wenigen, die kommen, geben unausgefüllte Stimmzettel ab. Und bei der Wahlwiederholung sind zwei Drittel aller Stimmzettel „leer und weiß“. Ein politisches Desaster, das „sich wie eine ihre Zündschnur suchende Bombe durchs Land zieht.“

Der portugiesische Literatur-Nobelpreisträger José Saramago bot schon in früheren Büchern einen auffälligen Gegensatz: so wie er lebt, schreibt er, ruhig, fast still, gedämpft, vermeintlich gleichmütig. Aber das, was er schreibt bewegt und erschüttert wie ein alles mit sich reißendes Beben, da wird eine politische Science-Fiktion-Geschichte auf fast 400 Seiten zu einer immer stärker, öfter und eindringlicher an reale Gegebenheiten erinnernden Parabel, bitter-böse, pessimistisch und nicht gerade Hoffnung machend.

Die Regierung, unfähiger denn je, steht mit dem Rücken zur Wand, Spitzel werden ausgeschickt. „Das Wort wird aufgenommen und ebenso das Gefühl. Niemand ist mehr sicher.“ Mit Verhaftungen, Gewalt, und Folter will man die Ursachen für die alle Parteien gleichermaßen betreffende Wahlschlappe herausfinden. Terror ähnliche Machenschaften durchlöchern langsam aber stetig die saubere, als so demokratisch gerühmte Oberfläche. Attentate, auffahrende Panzer, Demonstrationen verunsichern und destabilisieren das bis dahin so sicher geglaubte Leben. Es gibt Tote. Ein Kommissar soll die Schuldigen für das Versagen des Systems finden. Und da gibt es denn auch schon jemanden, der in Frage kommt, bekannt aus Saramagos beeindruckendem Roman Die Stadt der Blinden. Ein Buch, das kein Muss ist, um den neuen Roman über die Zerbrechlichkeit demokratischen Zusammenlebens, über Hochmut und Macht zu verstehen und außerordentlich wertzuschätzen, aber ein ebenso geniales Buch, dessen Lektüre man auf jeden Fall nachholen sollte!

Zugegeben, ein Saramogo liest sich nicht ganz leicht, endlos scheinende Sätze, oft eher konstruiert denn gedacht, mag man denken. Aber: man liest sich sozusagen in den Fluss ein. Und das geht so schnell, als würde man mitgerissen von einem langsam fließenden Lavastrom, aus dem es einfach kein Entrinnen mehr gibt. Saramago verstrickt den Leser in immer tiefere Nachdenklichkeit, Zweifel kommen auf, Fragen, Erkenntnisse. Mit Lösungen wird die Lektüre nicht versüßt, vielmehr bleiben kritische Betrachtung und Wachsamkeit. Aber: was kann es für mündige Staatsbürger besseres geben? –Barbara Wegmann

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Haruki Murakami: Mister Aufziehvogel (2007) No ratings yet.

  • Taschenbuch: 764 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (14. September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442726689
  • ISBN-13: 978-3442726684
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,1 x 4 cm

In Japan nennen ihn konservative Kritiker und Schriftstellerkollegen „batakusai – nach Butter stinkender Wessi“, die anderen halten ihn für den Literaturnobelpreisträger der Zukunft. Haruki Murakami polarisiert mit seinen Geschichten und Romanen. Wie seine Helden entzieht er sich der anonymen Masse. Seine Romanfiguren werden in der japanischen Gesellschaft, in der angepasstes Verhalten von existentieller Bedeutung ist, als einsame Wölfe gebrandmarkt. Der 30-jährige Toru Okada in „Mister Aufziehvogel“ steigt aus einer Anwaltskanzlei aus und gerät bei der Suche nach seinem Kater mitten in Tokio in eine Traumwelt, in der ihn erotische Verlockungen, aber auch bösartige Intrigen erwarten. Der Brunnen, der Toru den Einstieg in die geheimnisvolle Unterwelt gewährt, ist Zugang zu Vergangenem und Verdrängtem.

Huraki Murakami bei

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Oliver Sacks: Der einarmige Pianist. Über Musik und das Gehirn (2008) No ratings yet.

  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Verlag GmbH (2. Juni 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498063766

Siehe auch die Rezension in der ZEIT:
Musikpsychologie: Ein Besuch bei Oliver Sacks in New York | Nachrichten auf ZEIT online
Musik vergisst man nie
Von Volker Hagedorn | © DIE ZEIT, 29.05.2008 Nr. 23

Ein Arzt schreibt ein Buch über Musik. Das verspricht Abenteuer, denn sein Name ist Oliver Sacks. Ein Besuch in New York bei dem berühmtesten Neurologen der Welt

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Miranda July: Zehn Wahrheiten No ratings yet.

Belletristik: Miranda July hat die Kurzgeschichte neu erfunden | ZEIT online

Vorsicht, diese Autorin könnte Ihr Leben verändern: Miranda July hat die Kurzgeschichte für unsere Zeit neu erfunden

Miranda July

Knallgelb lag das Buch da, in sehr geraden schwarzen Buchstaben stand darauf der Titel No One Belongs Here More Than You, und schon nach ein paar Seiten war klar: Hier ist ein Ton, hier ist eine Sprache, hier ist eine Autorin, die klug ist und brutal und witzig und dabei von solch einer Verletzlichkeit, wie ich sie schon lange nicht mehr gespürt hatte, in der Literatur am allerwenigsten.

Stories by Miranda July stand noch auf dem Cover. Ich hatte keine Ahnung, wer die Autorin war;ich wusste nicht, dass »Miranda July« in Amerika längst das Mantra der Eingeweihten war, der Hipster und der fortgeschrittenen Sinnsucher.

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Bernhard Schlink: Die Heimkehr (2006) 3/5 (2)

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Wann Peter Debauer begann, sich über den Wunsch seiner Großeltern hinweg zu setzen, weiß er gar nicht mehr genau. Vielleicht war es in jenem Sommer, als die junge Lucia ihn in die Waschküche lockt, um ihm ihr Geschlecht zu zeigen und ihn damit erwachsener werden ließ. Vielleicht war es aber auch nur aus Langeweile, während einer öden Schulstunde. So oder so hat er sich Jahre lang an das Verbot gehalten, die Rückseite der Blätter nicht zu lesen, die ihm Oma und Opa während der Ferien bei ihnen in der Schweiz zum Schreiben und Malen überlassen hatten. Dort fanden sich die Druckfahnen der Heftchenreihe „Romane zur Freude und zur guten Unterhaltung“, die die alten Leute nach allerlei Irrungen und Wirrungen ihres harten und entbehrungsreichen Lebens im Alter redigierten.

So oder so: Irgendwann dreht Peter die Blätter um. Er liest die Geschichte der Rückkehr eines Soldaten aus Sibirien, die ihn seltsam berührt. Er liest, wie der Mann plötzlich vor der heimischen Haustür steht, wo ihn seine Frau mit einem fremden Kind und einem fremden Mann an ihrer Seite entgegen tritt. Doch dann bricht die Erzählung ab, weil Peter die restlichen Seiten schon weggeworfen hat. Erst Jahre später fällt sie ihm wieder ein, macht sich der Ich-Erzähler auf die Suche nach dem Autor des Romans, um dessen Ende zu erfahren. Eine Reise in die Geschichte — auch die eigene Vergangenheit — beginnt…

Seit seinem Überraschungs-Bestseller Der Vorleser ist der gelernte Jurist und Berliner Autor Bernhard Schlink der Spezialist für verschüttete Biographien, die sich nicht zuletzt, in einer Art Roman im Roman, immer erst in der Lektüre seiner Figuren entwickeln und entschlüsseln lassen. In Die Heimkehr ist das nicht anders. Und auch viel von Schlinks juristischem Fachwissen ist — neben seiner Vorliebe für historische Stoffe — wieder einmal in das Buch eingeflossen. Gerade diese Ansammlung eingestreuter, teils grotesker Rechtsfälle macht Die Heimkehr besonders lesenswert. Darüber hinaus ist Schlink wieder einmal gelungen, mit Hilfe einer geradlinigen Sprache und eines von Melancholie durchzogenen Stils zu fesseln.   -Stefan Kellerer

Author: Bernhard Schlink
Year: 2006
Publisher: Diogenes

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