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Cees Noteboom: Paradies verloren (2004) No ratings yet.

Paradies verloren

  • Gebundene Ausgabe: 156 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: 4., Aufl. (1. März 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518417266

„Die Erinnerung ist wie ein Hund, der sich hinlegt, wo er will“, schrieb Cees Nooteboom in seinem wundervollen Roman Rituale. Das muss auch Erik Zondag aus Paradies verloren feststellen, weil ihm die ebenso kurze wie seltsame Begegnung mit Alma, der jungen, deutschstämmigen Brasilianerin, nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Als er sie zum ersten Mal sieht, kauert sie auf dem Boden eines Schrankes, mit großen Flügeln auf dem Rücken — als Statistin bei einem Engel-Kunstprojekt im australischen Perth. Nach einer Nacht am Strand entschwindet sie engelsgleich bereits wieder aus seinem Leben.

Paradies verloren ist ein kurzer Roman über flüchtige Begegnungen, rätselhafte Liebesverhältnisse und die Macht der Sehnsucht. Zum Beispiel nach der Ferne, wie bei Alma. Oder nach einer Begegnung, die die eigene, schal gewordene Existenz umzustülpen verspricht, wie beim resignierten Literaturkritiker Zondag. Dass Nooteboom in seinem neuesten Roman vor allem andeutet und Spuren legt, statt dem Leser alle Fragen zu beantworten, verleiht der Geschichte den Reiz der Unergründlichkeit. Und andererseits kann Nooteboom in Paradies verloren — der Titel ist eine Anspielung auf John Miltons monumentales Versepos aus dem 17. Jahrhundert über den Sündenfall — seiner bekannten Begeisterung für Engel Ausdruck verleihen. Glücklicherweise ist diese aber weniger esoterischer als poetischer Natur. Alma nimmt ihre Flügel bald ab und entpuppt sich als durchaus irdische, wenn auch eigenartige Frau. Besser als in eine junge Frau kann sich der Autor naturgemäß in den alternden Literaturkritiker einfühlen, der im zweiten Teil des Romans im Mittelpunkt steht. Von diesem Erik Zontag und seinem Kuraufenthalt in einem Tiroler Bergdorf hätte man gern noch mehr gelesen, hier gelingen Nooteboom wunderbare Passagen voll tragikomischer, gelassener Lebensmüdigkeit.

Obwohl durchaus lesenswert, kann Paradies verloren die Zweifel nicht gänzlich zerstreuen, ob Cees Nooteboom dereinst nicht doch vor allem als einer der besten Reiseschriftsteller — man denke nur an Im Frühling der Tau oder Der Umweg nach Santiago — in Erinnerung bleiben wird. –Christian Stahl

Rezension: Jochen Jung in: Die ZEIT Nr. 33 2005

Auch Engel suchen nach den Ursprüngen. Cees Nooteboom hat einen getroffen

Ein Beginn, der so tut, als wär Dichten ganz einfach: Der Autor, als eine besondere Spezies Geschäftsreisender, sitzt im Flugzeug von Friedrichshafen nach Berlin, in einer kleinen Maschine also; er blättert ein wenig in dem Magazin der Fluggesellschaft und liest dies und das über die weite Welt; er blickt um sich, und jetzt sieht er eine Frau, die ihn sofort anzieht und die ebenfalls blättert, in einem Buch, von dem sie offenbar aber kaum mehr als die handgeschriebene Widmung liest. Es ist – so will es Cees Nooteboom in diesem Augenblick – das Buch, das auch wir gerade lesen.

Als sie gelandet sind, holt jemand die Frau ab – ein Fremder, wer sonst? –, und sie küsst ihn, flüchtig. Und der Autor? »Ich bleibe wie immer zurück mit ein paar Wörtern…« Wie immer. Der Roman kann also beginnen.


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John Milton: Das verlorene Paradies (2008) No ratings yet.

  • Gebundene Ausgabe: 315 Seiten
  • Verlag: Anaconda (1. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866472943
  • ISBN-13: 978-3866472945

Paradise Lost (dt. Das verlorene Paradies), veröffentlicht 1667, ist ein episches Gedicht in Blankversen des englischen Dichters John Milton. Es erzählt die Geschichte des Sündenfalls, der Versuchung von Adam und Eva durch Satan und ihrer Vertreibung aus dem Garten Eden.
Satan und sein Gefolge haben gegen Gott rebelliert, wurden besiegt und als Strafe in die Hölle verbannt. Sie errichten dort das Pandämonium, die Heimstatt aller gefallenen Engel, und beschließen, Gott ab jetzt durch List und Trug statt auf dem offenen Schlachtfeld zu bekämpfen.

Nach der Schöpfung betritt Satan den Garten Eden, wo er Eva verleitet, eine Frucht vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen zu pflücken und Adam davon abzugeben. Adam und Eva werden daraufhin aus dem Garten Eden verbannt, sie haben „das Paradies verloren“.
de.wikipedia

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