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Christoph Ransmayr: Atlas eines ängstlichen Mannes (2015) No ratings yet.

„Ich sah …“, so beginnt der Erzähler nach kurzen Atempausen immer wieder und führt sein Publikum an die fernsten und nächsten Orte dieser Erde: in den Schatten der Vulkane Javas, an die Stromschnellen von Mekong und Donau, ins hocharktische Packeis und über die Passhöhen des Himalaya bis zu den entzauberten Inseln der Südsee. Wie Landkarten fügen sich dabei Episode um Episode zu einem Weltbuch, das in Bildern von atemberaubender Schönheit Leben und Sterben, Glück und Schicksal der Menschen kartographiert.

Rezensionen

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Rüdiger Safranski: Schopenhauer und die wilden Jahre der Philosophie (2010) No ratings yet.

: B Ü C H E R G I L D E |

Eine Biographie
https://i1.wp.com/pictures.abebooks.com/SPITZWEG/10644244990.jpg?w=788&ssl=1Warum fasziniert uns heute der Philosoph, der zum unverbesserlichen Pessimisten abgestempelt wurde, weil der inmitten der Aufbruchsjahre des deutschen Idealismus ein Weltbild der Skepsis entwarf? Mitreißend erzählt Rüdiger Safranski, wie Schopenhauer zu seiner Philosophie gekommen ist und was diese Philosophie dann aus ihm gemacht hat.
Während Hegel an der Berliner Universität vor vollem Auditorium seinen zukunftsfrohen, arbeitenden Weltgeist vorführt, erläutert Schopenhauer, nur einige Räume von ihm entfernt, seine Absage an die Heilserwartungen der Geschichte. Aber kaum jemand will ihn hören. Seine Skepsis und nüchterne Mystik finden kein Verständnis. Später wird sich das ändern. Nietzsche und andere, von Richard Wagner bis Samuel Beckett, finden bei Schopenhauer, was sie suchen: eine existentielle Philosophie, der es um Leib und Leben geht. Rüdiger Safranski verknüpft ein plastisches Zeitbild mit der Geheimgeschichte des Philosophen. Wie kommt Schopenhauer zu seiner Philosophie, und was macht dann diese Philosophie aus dem Philosophen? Darüber mitreißend zu erzählen, gelingt dem Autor auch dort noch, wo dem Leser sonst über den Abenteuern des philosophischen Denkens Hören und Sehen vergehen.

Rüdiger Safranski, 1945 geboren, ist Philosoph und vielfach preisgekrönter, in 19 Sprachen übersetzter Autor u.a. von großen Biographien, von Büchern über die menschlichen Grundfragen wie das Böse und die Wahrheit, und zuletzt der vielgepriesenen Bücher Romantik. Eine deutsche Affäre und Goethe und Schiller. Geschichte einer Freundschaft.

„Eine Philosophie, in der man zwischen den Seiten nicht die Tränen, das Heulen und das Zähneklappern und das furchtbare Getöse des gegenseitigen Mordens hört, ist keine Philosophie.“
Arthur Schopenhauer

Leinen mit Schutzumschlag, 560 Seiten

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Daniel Kehlmann: Ruhm – Ein Roman in neun Geschichten (2009) 3.5/5 (2)

RuhmRuhm heißt der neue Roman des Erfolgsschriftstellers Daniel Kehlmann. Damit niemand glaubt, dass er nun größenwahnsinnig geworden ist, hat er in einem Interview vor der Veröffentlichung betont, dass der Titel ironisch gemeint sei. Geistreicher Witz und subtile Ironie – diese beiden Stärken spielt Kehlmann in der Tat auch in seinem neuen Roman aus. Eine seiner Figuren ist Leo Richter, ein brillanter, geistreicher Bestseller-Autor. Der Verdacht liegt nahe, dass es sich um ein Alter Ego Kehlmanns handelt. Genährt wird er dadurch, dass Richter im Roman Ruhm über eben dieses Werk reflektiert. Und er schafft Figuren, die dort auftreten – ein vielschichtiges und spannendes Spiel mit Wirklichkeit und Fiktion, das auf weiteren Ebenen fortgeführt wird. Kehlmann schildert Richter auch in ironischer Brechung: Auf Reisen beispielsweise mutiert Leo, der Löwe, unter Flugangst leidend, zu einem ängstlich wimmernden Kätzchen.

Aus neun Kurzgeschichten besteht der Roman. Jede kann, mit Ausnahme der letzten, für sich gelesen werden. Einzelne Figuren oder Fäden der einen Geschichte werden in der nächsten oder einer späteren Geschichte weitergesponnen und zu einem Roman verwoben. Ruhm ist voller intertextueller Bezüge und Querverweise. So zitiert Kehlmann paraphrasierend aus Goethes Faust. Aber man muss nicht alles erkennen, um dem Roman folgen und ihn mit Genuss lesen zu können.

Ruhm ist ein Literatur gewordener Episodenfilm, spannungsreich und mitreißend geschrieben. Pointiert und treffsicher sind die Schilderungen: Ein Satz oder eine Geste reichen bei Kehlmann aus, um Bilder entstehen und Situationen klar werden zu lassen. Den begeisterten Lesern von Die Vermessung der Welt und Ich und Kaminski wird auch Ruhm gefallen. — Elisabeth Müller

Nach seinem Weltbestseller „Die Vermessung der Welt“ wurde Daniel Kehlmann vom deutschen Feuilleton zum Genie erklärt. Doch Genies werden hierzulande nur herbeigeredet, um sie bei nächstbester Gelegenheit opulent hinzurichten. Ist „Ruhm“ also wirklich nur die Geburt einer Ideenlosigkeit? Neun kurze Geschichten setzen sich nach und nach zu einem Roman zusammen: Ein Mann spielt Schicksal, nachdem er auf seinem Handy Anrufe erhält, die einem anderen gelten. Eine Romanfigur wird von ihrem Autor in den Tod geschickt. Ein bekannter Schauspieler flüchtet in die Rolle seines eigenen Doppelgängers. Vielleicht ist Kehlmanns Botschaft etwas abgedroschen: Dank Internet und Mobiltelefon erfinden und verlieren wir uns gleichzeitig in unendlich vielen Parallelwelten, ohne dass wir dabei die Summe dieser Welten noch fassen können. Doch sein intelligentes Puzzlespiel macht bei der Spannung keine Abstriche. Und selbst wenn Klischeefiguren wie der fettleibige Internetjunkie Mollwitz eines Genies unwürdig sind: Ein Exekutionskommando rechtfertigen sie noch lange nicht. (cs)

  • Gebundene Ausgabe: 203 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Verlag GmbH; Auflage: 4 (16. Januar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498035436
  • ISBN-13: 978-3498035433

de.wikipedia

ZEIT: Spiegelglatte Designerliteratur. Nach Kehlmanns Bestseller „Die Vermessung der Welt“ erscheint nun sein neuer Roman „Ruhm“. Ein humorloses und bescheidenes Buch Von Wiebke Porombka 16. Januar 2009

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T.C. Boyle: Drop City (2003) 4/5 (2)

drop-cityDraußen, am Eingangstor der Drop City Ranch irgendwo in Kalifornien, hängt ein Sperrholzschild windschief an einem Querpfosten. „Keine Männer, keine Frauen — nur Kinder!“ steht darauf zu lesen. Und tatsächlich haben sich drinnen etwa 60 Menschen versammelt, die nicht erwachsen werden wollen: Hippies der Flower-Power-Ära, die auf dem geerbten Terrain eine Insel der Glückseligen schaffen wollen. Alles, was man zum Leben braucht, ist auf der Ranch versammelt: Ziegen und Zucchini, Platten von Jimmi Hendrix bis Country Joe and the Fish — und Drogen natürlich, jede Menge Drogen.

Aber die Welt ist nicht ganz so unschuldig in Drop City, wie seine Bewohner es sich ersehnen, schließlich befinden wir uns in einem Roman von T.C. Boyle. Ein echtes Kind schluckt LSD im Fruchtsaft, ein anderes Kind wird von den Jüngern freier Liebe vergewaltigt. Und dann tritt Gott auf in Gestalt des Sheriffs und vertreibt die Hippies aus ihrem trügerischen Paradies. So müssen sie sich auf die Reise machen ins kalte Alaska, wo wiederum eine Hütte auf sie wartet. Über die Grenze kommen sie nur, weil die zugekiffte Gruppe den Zöllnern weismacht, sie seien die Greatful Dead auf Welttournee.

Auf den Einfall, die Generation der Flower-Power-Bewegung zum Thema eines Romans zu machen, kam Boyle bei den Recherchen über die Umweltbewegung für sein Buch Ein Freund der Erde. Deshalb ist im Roman viel Kritik an einer Zeit versteckt, die ihre kindischen Verklemmungen hinter der Maske totaler Freiheit zu verbergen suchte. Ansonsten aber ist Boyle ein überaus komplexer, wunderbar lesbarer und ironisch-skurriler Roman geglückt, der in seinen besten Passagen an World’s End heranreicht. Große, leicht bekiffte Literatur. –Stefan Kellerer 

  • Broschiert: 582 Seiten
  • Verlag: Dtv (Januar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342321113X
  • ISBN-13: 978-3423211130

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Michel Ondaatje: Divisadero (2007) No ratings yet.

DivisaderoFür Claire und Anna ist ihre Mutter Lydia Mendes nur ein Gerücht, “ein Gespenst, das unser Vater nur selten erwähnte“. Nur Cooper, der seit seiner Kindheit auf der Farm im Norden Kaliforniens arbeitet, hat sie gekannt, könnte erzählen von ihr. Aber Cooper, selbst Waise und vom Vater mehr schlecht als recht geduldet, ist ein schweigsamer Mensch. Farmer soll Cooper werden, hat der Vater beschlossen. Aber der liest lieber Bücher über Gold unter dem Gras der Prärie.

Leise aber stetig entwickelt der 64-jährige Schriftsteller Michael Ondaatje (Der englische Patient) seine verwaisten Figuren, ihre verzweifelten Konstellationen und Schicksale. Auf der Suche nach dem privaten Glück verliebt sich die einsame Anna in Cooper. Als der Vater hinter die Liaison kommt, prügelt er Cooper auf brutalste Art und Weise vom Hof. Statt als Goldsucher wird er sich später als Profi-Pokerspieler verdingen. Anna geht nach Südfrankreich; allein Claire bleibt daheim, wo sich ihr Weg mit dem von Cooper nochmals kreuzt. Außenseiter und Getriebene, verlorene Seelen sie alle, getragen und verknüpft nur durch den melancholischen Tonfall von Ondaatjes grandioser Erzählung.

„Wir begriffen, dass seine Schweigsamkeit nicht aus einem Wunsch nach Alleinsein herrührte, sondern aus Unsicherheit gegenüber den Wörtern“, heißt es in Divisadero über Cooper. „Gewandt war er in der Welt materieller Dinge, in der er uns beschützte. Aber in der Welt der Sprache war er unser Schüler.“ In der Welt der Sprache, möchte man sagen, ist Ondaatje der uneingeschränkte Meister. So jedenfalls, wie er in Divisadero mit Wörtern seine Figuren und ihre Beziehungen entwickelt, macht ihm so leicht niemand etwas vor. — Isa Gerck, Literaturanzeiger.de

  •  Gebundene Ausgabe: 280 Seiten
  • Verlag: Hanser; Auflage: 4 (Mai 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446209239
  • ISBN-13: 978-3446209237

Frankreich

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Cees Nooteboom: Rituale (1985) No ratings yet.

  • Taschenbuch: 231 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: 6., Aufl. (28. Juni 2006)
  • Sprache: Deutsch

Cees Nooteboom legt in seinem Erfolgsroman „Rituale“ heiter und melancholisch Zeugnis ab von der weltschaffenden Kraft seines souveränen, leichten wie philosophischen Erzählens, seiner Fähigkeit, das Sein zum Schein und den Schein zum Sein zu verwandeln: Inni Wintrop will sich selbst töten, weil er in seinem Horoskop prophezeit hatte, seine Frau werde mit einem anderen durchbrennen, und er, der ja Löwe war, würde dann Selbstmord begehen. Doch wie der Tod so spielt, der Strick reißt, und Inni Wintrop sieht mit neuer Aufmerksamkeit die Menschen in seiner Stadt Amsterdam.

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Carlos Ruiz Zafón: Das Spiel des Engels (2008) No ratings yet.

Das Spiel des Engels: Carlos Ruiz Zafón, Amazon.de: Bücher

  • Gebundene Ausgabe: 720 Seiten
  • Verlag: S. Fischer; Auflage: 2., Aufl. (10. November 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100954009
  • ISBN-13: 978-3100954008

Aus der Amazon.de Redaktion
David Martín ist siebzehn, als er die Chance seines Lebens erhält: Der Chefredakteur einer Regionalzeitung fragt ihn, ob er für einen ausgefallenen Beitrag Ersatz liefern könne. Und David Martín kann: seine Erzählungen „Geheimnisse von Barcelona“ werden ein Riesenerfolg. Doch im Laufe der Zeit wird klar: Dieser Erfolg hat seinen Preis… Die mystisch-spannende Geschichte, die Bestsellerautor Zafón in Das Spiel des Engels entfaltet, zieht den Leser rasch in ihren Bann und entführt ihn in ein faszinierend morbides Barcelona zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Zafóns grandioses Debüt Der Schatten des Windes begleitete den Buchhändler Daniel Sempere auf einer Entdeckungsreise in die Vergangenheit. Das Spiel des Engels führt nun noch weiter zurück, nämlich bis zu Daniels Großvater. Der alte Buchhändler Sempere ist jetzt der väterliche Freund Davids. Nach seinem erfolgreichen Einstand verdient der aus armem Hause stammende Literat David bald sein Geld mit dem Fortsetzungsroman „Verdammte der Stadt“.

Doch im Laufe seiner 127 Folgen zehrt die Arbeit ihn auf, seine Liebe zur schönen Cristina bleibt unerwidert, und seine Gesundheit nimmt schweren Schaden.

Eines Tages, als es David Martín besonders schlecht geht, nimmt der alte Buchhändler Sempere ihn mit an einen geheimnisvollen Ort, der schon im Der Schatten des Windes verzauberte: den Friedhof der vergessenen Bücher. Bald darauf erhält der inzwischen schwer kranke David eine seltsame Offerte von einem dubiosem Verleger. Für das Schreiben einer ganz speziellen Auftragsarbeit macht dieser dem Schriftsteller ein verlockendes Angebot – ein guter Deal oder ein Pakt mit dem Teufel?

Das Spiel des Engels ist gleichzeitig Fantasy-Märchen, Liebesgeschichte, Krimi und Horrorstory. Das Buch fesselt den Leser mit den fein gesponnenen Fäden
seiner Geschichte, sodass man bald nicht mehr zwischen erzählter Wirklichkeit und imaginiertem Trugbild zu unterscheiden vermag. Wie schon in Der Schatten des Windes verknüpft Zafón äußerst kunstvoll verschiedene Ebenen und Stränge miteinander. Über geheimnisvolle Orte und metaphysisch anmutende Begegnungen verdichtet sich die Handlung immer mehr – bis zu dem Punkt, da sie schließlich in einen erbarmungslosen Kampf auf Leben und Tod mündet. — Ulrike Künnecke, Literaturtest

Interview: 5 Fragen an Carlos Ruiz Zafón

Herr Zafón, Ihr letztes Buch Der Schatten des Windes entführte uns an einen geheimnisvollen Ort, an dem Bücher niemals sterben. Wohin entführt uns Ihr neuer Roman Das Spiel des Engels?

Das Spiel des Engels entführt den Leser wieder in das literarische Universum des Friedhofs der Vergessenen Bücher und in das mysteriöse gotische Viertel
Barcelonas. Es ist eine Geschichte, in der es Intrigen und Romanzen gibt, die tragisch und komisch ist. Und sie steckt voller Überraschungen.

Wie arbeiten Sie an einem Roman?

Zafon Wenn ich mich hinsetze, schreibe ich tagelang durch und gönne mir nur einen freien Tag in der Woche. Einen Teil vom Das Spiel des Engels habe ich in Los Angeles geschrieben. Ein Freund hat mir ein
Arbeitszimmer überlassen und ich habe dort von 6 Uhr früh bis 2 Uhr mittags geschrieben, völlig gegen meine Veranlagung. Sonst arbeite ich immer nachts. Schreiben ist ein komplizierter Prozess, der mich viel Zeit kostet und für den ich mich ein wenig aus der Welt zurückziehen muss.

In Spanien ist „Das Spiel des Engels“ noch erfolgreicher als Ihr erster Roman. Woran, glauben Sie, liegt das?

Zafon
„Der Schatten des Windes“ habe ich vor zehn Jahren angefangen zu schreiben. Ich glaube, dass ich in dieser Zeit etwas hinzugelernt habe. Man lernt aus seinen Fehlern und mit dem Alter. Zudem war das Buch aus der Perspektive eines heranwachsenden Jungen geschrieben und deshalb liebenswürdiger. Beim Das Spiel des Engels war ich mutiger, und so ist dabei die ruchlose Schwester von Der Schatten des Windes herausgekommen. Es hat mehr von Charles Dickens: Es ist eine Hommage an die Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, die die Literatur auf fieberhafte Weise lebten.

Wann haben Sie angefangen zu schreiben?

Zafon
Als ich zum ersten Mal Geld für etwas von mir Geschriebenes erhielt, war ich acht Jahre alt und dachte, mit 13 bin ich berühmt. Ich gründete mit einigen Freunden an der Schule einen Verlag. Einer kümmerte sich um die Gestaltung, ein anderer machte die Kopien, und ich schrieb. Es waren Horrorgeschichten mit Außerirdischen und Vampiren. Mit dem Geld, das wir einnahmen, kauften wir uns Süßigkeiten. Seitdem habe ich nicht aufgehört zu schreiben.

Was ist Glück für Sie?

Zafon
Ich tu gerne einmal nichts, aber irgendetwas mache ich immer. Ich höre gern Musik, lese, gehe ins Kino, reise und lerne. Ich lerne sehr
schnell. Viel wichtiger als der Erfolg meiner Bücher ist für mich,  dass ich seit langer Zeit zum ersten Mal mit mir selbst zufrieden bin. Was ist für mich das Glück? Darauf antworte ich immer das Gleiche: geistige Zufriedenheit.

Über den AutorCarlos Ruiz Zafón
Carlos Ruiz Zafón wurde 1964 in Barcelona geboren, wuchs im Schatten von Gaudís Kathedrale Sagrada Família auf und besuchte die gotische Jesuitenschule von Sarría. Deren wuchernde Architektur regte schon den
10-Jährigen zu Schauergeschichten an und inspiriert ihn bis heute zu seinen kunstvoll konstruierten Romanhandlungen. Seine berufliche Laufbahn begann er als Texter, bevor es ihn 1994 nach Los Angeles zog,
wo er zehn Jahre als Drehbuchautor und  Journalist arbeitete. Für sein Erstlingswerk Der Fürst des Nebels erhielt Ruiz Zafón 1993 den Edebé-Preis für Jugendliteratur. Sein Roman Der Schatten des Windes von 2001 wurde zum größten Bucherfolg Spaniens und begeisterte, in mehr als 30 Sprachen übersetzt, Leser in aller Welt.

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Dietmar Dath: Die Abschaffung der Arten (2008) No ratings yet.

Die Abschaffung der Arten: Dietmar Dath: Amazon.de: Bücher

  • Gebundene Ausgabe: 600 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (10. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518420216
  • ISBN-13: 978-3518420218

Das Zeitalter, das wir kennen, ist längst eingeschlafen. Wo einmal Europa war, gibt es nur noch drei labyrinthische Städte, die eher gewachsen sind, als daß sie erbaut wurden. Die Welt gehört den Tieren. Fische streiten über Sodomie, Theologinnen mit Habichtsköpfen suchen in Archiven nach Zeugnissen der Menschheit, und Cyrus Golden, der Löwe, lenkt den Staat der drei Städte. Als ein übermächtiger Gegner die neue Gesellschaft bedroht, schickt er den Wolf Dimitri als Diplomaten aus, im einstigen Nordamerika einen Verbündeten zu suchen. Die Nachtfahrt über den Ozean und in die tiefen Stollen der Naturgeschichte lehrt den Wolf Riskantes über Krieg, Kunst und Politik und führt ihn bis an den Rand seiner Welt, wo er erkennt, »warum den Menschen passiert ist, was ihnen passiert ist«. Der Roman Die Abschaffung der Arten steht in der Tradition großer spekulativer Literatur über Niedergang und Wiedergeburt der Zivilisation von Thomas Morus, Voltaire und Mary Shelley über H. G. Wells und Jules Verne bis hin zu Stephen King und William Gibson. Wenn Charles Darwin Krieg der Welten geschrieben hätte, vielleicht wäre ein Buch wie dieses dabei herausgekommen: ein abenteuerliches Liebeslied, eine epische Meditation über die Evolutionstheorie und der waghalsige Versuch, Fossilien von Geschöpfen freizulegen, die noch gar nicht gelebt haben.

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