SchlagwortWeltkrieg

Joseph Roth: Hotel Savoy (1924 / 2011) 3.5/5 (2)

Nach dreijähriger Kriegsgefangenschaft in Sibirien kehrt Gabriel Dan heim und quartiert sich im Hotel Savoy ein. Er ist ohne Gepäck anmarschiert und bekommt Zimmer 703 – eines der billigsten – im siebten Stockwerk. Das Riesenhotel Savoy hat 864 Zimmer und alle sind belegt. Gabriel, der weder Eltern, Weib noch Kind hat, macht einen Bittgang zu seinem Onkel Phöbus Böhlaug, der in der Stadt in Saus und Braus lebt. Der schäbig angezogene Soldat bekommt von der geizigen Verwandtschaft lediglich einen abgetragenen Anzug geschenkt.

Die Gäste der oberen Hotel-Etagen können ihre Rechnung nicht bezahlen. Der alte Liftboy Ignatz leiht jedem Geld, der Koffer hat. Die armen Schlucker unter den Hotelgästen fürchten sich vor den Kontrollgängen des Hoteldirektors Kaleguropulos. Es geht das Gerücht, dass der Direktor ein Grieche sein soll. Gabriel bekommt ihn nicht zu Gesicht und will hinter das Geheimnis des unsichtbaren Direktors kommen. In den unteren Etagen wohnen die Reichen. In der Hotel-Bar müssen nachts junge Mädchen, die keinen Koffer mehr zu verpfänden haben, sich vor Fabrikanten und Häusermaklern nackt ausziehen.

Kindle Edition
Published April 13th 2011 (first published 1924)
Original Title Hotel Savoy. Roman

 

Hotel Savoy in ?ód? in 2007; it has since been renovated

Hotel Savoy after restoration

Hotel Savoy after restoration

 

 

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Joseph Roth: Radetzkymarsch (1932) 3/5 (1)

Radetzkymarsch
Der Roman Radetzkymarsch, ein kunstvolles und bezauberndes Requiem auf das alte Österreich, ist das bekannteste und berühmteste Werk von Joseph Roth. Der poetische Geist und die weise und melancholische Toleranz dieses literarischen Abgesangs auf ein Weltreich machen das Buch zu einem unvergänglichen Zeugnis europäischer Erzählkultur.

 

Im Schicksal der Familie Trotta durch drei Generationen erscheinen die Geschichte und der Niedergang der Österreichisch-Ungarischen Monarchie von der Schlacht bei Solferino (1859) bis zum Tod Kaiser Franz-Josephs 1916.

Der Großvater Joseph Trotta, treuer Soldat und »Held von Solferino«, da er dem jungen Kaiser in der Schlacht das Leben rettete, zieht sich resigniert aus der Armee zurück, als er bemerkt, dass seine Tat in den Schulbüchern zu einer die Wahrheit beugenden Heldenlegende verklärt wird, und der Staat nicht bereit ist, dies zu korrigieren.
Der Vater, ein biedermännischer Staatsbeamter, fügt sich rechtschaffen und pflichtbewusst ins staatliche Netz ein, erlebt jedoch den unmerklichen Niedergang der Monarchie. Sein streng erzogener Sohn hingegen will den ihm zugewiesenen Platz nicht einnehmen, kann dem aber auch keine Alternative entgegensetzen.
Als »Enkel« des Helden von Solferino sieht er nur mehr Vergangenheit, aber keine Zukunft. Die Werte seiner Vorfahren sind ihm zuwider, er verfällt dem Alkohol und dem Glücksspiel.
Was bleibt, ist der Tod »in Haltung«, er fällt im Ersten Weltkrieg. Im Sterbemoment mischen sich in seinem Innern die Klänge des Radetzkymarsches mit jenen der Schüsse, die nicht nur seinen Tod, sondern auch den Untergang der Monarchie bedeuten. Der Epilog schildert die beiden letzten Lebensjahre des Vaters von Carl Joseph. Der Bezirkshauptmann stirbt 1916, eben an dem Tag, als der Kaiser beigesetzt wird. Beide konnten Österreich nicht überleben.

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Birgit Vanderbeke: Friedliche Zeiten (1996) 3/5 (1)

Bildergebnis für friedliche zeiten buch
Deutschland in den 60er Jahren. Der Krieg ist lange vorbei und trotzdem noch überall. Für drei Ostkinder im Westen ist er ein unheimliches Gerücht. Der Vater mochte am Osten, daß sie es mit dem Sozialismus versucht hatten, die Mutter am Westen, daß sie es war, die jetzt die Schlüssel verschwinden lassen konnte. Ob sie sich aber endlich scheiden lassen, ist noch die Frage. Die Mutter hat immer Angst. Besonders, daß der Vater abhauen könnte. Manchmal geht er abends weg. Dann will die Mutter sterben. Keine Angst, Kinder, sagt sie, ich nehme euch mit. Wenn die Kinder im Bett liegen, denken sie nach, wie sich das verhindern ließe. Das und der dritte Weltkrieg. Doch dann gibt es eine Aufregung, »von der Art, die im Dunkeln anfängt und im Hellen nicht wieder aufhört«. Birgit Vanderbeke sprengt die Gesellschaft der sechziger Jahre auf und legt die Trümmer frei, auf denen die Rohbauten unserer heutigen deutschen Wirklichkeit ruhen. Eine erstaunliche, zum Erschrecken komische und temporeiche Geschichte über deutsche Kindheit.
ISBN: 978-3-596-13786-2

Über Birgit Vanderbeke

Birgit Vanderbeke, geboren 1956 in Dahme/Mark, lebt im Süden Frankreichs. Ihr umfangreiches Werk wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet und erscheint im S. Fischer Verlag und Fischer Taschenbuch Verlag. »Das Muschelessen« und »Alberta empfängt einen Liebhaber« wurden zu Bestsellern, die Verfilmung der Erzählung »Friedliche Zeiten« lief 2007 in den deutschen Kinos, zuletzt erschien »Die sonderbare Karriere der Frau Choi«.

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Thomas Mann: Der Zauberberg 4/5 (1)

 

Author: Thomas Mann

Year: 2003

Publisher: Fischer (S.), Frankfurt

ISBN: 3103481284

Interessantes dazu:

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Koeppen, Wolfgang: Jugend No ratings yet.

Jugend

Rating: 4 out of 5

Author: Wolfgang Koeppen

Year: 2001

Price: 12,80

ISBN: 3518015001

‚Jugend‘, das ist die Erinnerung an die eigene Jugend wie Vorstellungen einer fremden Jugend. Was geschildert ist, sind Träume einer Kindheit kurz vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg. Es könnte ein Bericht über und für einen Fremden sein, eine Autobiographie, geschrieben in das Leben eines anderen, ein Versteck für viele Figuren.

Siehe dazu auch den Artikel über den „wortmächtigen Schweiger“ in der ZEIT

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Amos Oz: Eine Geschichte von Liebe und Finsternis (2004) No ratings yet.

Eine Geschichte von Liebe und Finsternis.

Rating: 4 out of 5

Author: Amos Oz

Year: 2004

Publisher: Suhrkamp

ISBN: 3518416162

Ich blicke auf Israel wie auf ein Mädchen, das reifer wird – Ein Gespräch mit dem Schriftsteller Amos Oz über seine Familie, über seine Heimat und über dieses Buch ist in der ZEIT zu finden.

  • Geschichte Israels während und nach dem Zweiten Weltkrieg
  • Wie entsteht eine neue, alte Sprache?
  • Wird der Krieg je ein Ende haben?
  • Wie verzeiht man seinen Eltern?
  • Was passiert, wenn Träume Wirklichkeit werden?

perlentaucher.de


“… und sie erwachte nicht mehr an jenem Morgen, auch dann nicht, als der Tag aufleuchtete und zwischen den Fikusbäumen im Krankenhauspark der Vogel Elise sie verwundert rief, immer aufs neue rief und rief, vergebens rief und es doch wieder und wieder versuchte und es noch einmal versucht, manchmal.”Arad, Dezember 2001

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