SchlagwortWien

Joseph Roth: Reportagen aus Wien und Frankreich (1919 – 1939) 2.17/5 (6)

Joseph Roth (1894-1939) war ein österreichischer Schriftsteller und Journalist. Er war seinen Zeitgenossen in erster Linie als Journalist bekannt. Seine Beiträge erschienen in verschiedenen Zeitungen, darunter der Neuen Berliner Zeitung.

1922 kündigt er die Mitarbeit beim Börsen-Courier auf. Er schreibt:

Ich kann wahrhaftig nicht mehr die Rücksichten auf ein bürgerliches Publikum teilen und dessen Sonntagsplauderer bleiben, wenn ich nicht täglich meinen Sozialismus verleugnen will. Vielleicht wäre ich trotzdem schwach genug gewesen, für ein reicheres Gehalt meine Überzeugung zurückzudrängen, oder für eine häufigere Anerkennung meiner Arbeit.

Er zeichnete zwar Beiträge für den sozialistischen Vorwärts als Der rote Joseph, war aber sicherlich kein Sozialist, dessen Überzeugungen auf theoretischen Fundamenten ruhten.

Vielmehr zeigt er sich in seinen Berichten und Feuilletons als genauer Beobachter, der aus den wahrgenommenen Lebensfragmenten und unmittelbaren Äußerungen menschlichen Unglücks weitreichende Folgerungen betreffend sozialer Missstände und politischer Verhältnisse zieht.

Ab 1923 arbeitete er als Feuilletonkorrespondent für die renommierte Frankfurter Zeitung, in der in den folgenden Jahren ein großer Teil seiner journalistischen Arbeiten erscheinen sollte.

Allgemein wird bei Roth für die Jahre 1925/1926 eine Wandlung vom Sozialisten zum Monarchisten diagnostiziert. Er bleibt beim Konkreten und erweist sich hier als sehr genauer Beobachter.

Am 30. Januar 1933, dem Tag von Hitlers Ernennung zum Reichskanzler, verließ Roth Deutschland. Bald wurden auch seine Bücher verbrannt. Er wählte als Ort seines Exils Paris und begann der Mitarbeit an Exilzeitungen und -zeitschriften.

 

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 751 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 341 Seiten
  • ISBN-Quelle für Seitenzahl: 3849536246
  • Sprache: Deutsch

Please rate this

Robert Seethaler: Der Trafikant (2012) 3.33/5 (6)

https://i1.wp.com/media.buch.de/img-adb/32203962-00-00.jpg?w=788&ssl=1Österreich 1937: Der 17-jährige Franz Huchel verlässt sein Heimatdorf, um in Wien als Lehrling in einer Trafi,einem Tabak-und Zeitungsgeschäft, sein Glück zu suchen.

Dort begegnet er eines Tages dem Stammkunden Sigmund Freud und ist sofort fasziniert von ihm. Im Laufe der Zeit entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden unterschiedlichen Männern.

Als sich Franz kurz darauf Hals über Kopf in die Varietétänzerin Anezka verliebt und in eine tiefe Verunsicherung stürzt, sucht er bei dem alten Professor Rat. Dabei stellt sich jedoch schnell heraus, dass dem weltbekannten Psychoanalytiker das weibliche Geschlecht ein mindestens ebenso großes Rätsel ist wie Franz. Ohnmächtig fühlen sich beide auch angesichts der sich dramatisch zuspitzenden politisch-gesellschaftlichen Verhältnisse.

Und schon bald werden sie und Anezka jäh vom Strudel der Ereignisse auseinandergerissen.

Wien, Berggasse 19, Freud-Museum

Please rate this

Kumpfmüller, Michael: Die Herrlichkeit des Lebens (2011) 4/5 (1)

Die Liebe eines Lebens
Überlebensgroß ist der Mythos Franz Kafka, dessen Nachruhm als Schriftsteller scheinbar mit einem weithin unglücklichen Leben erkauft wurde. Doch nun wirft Michael Kumpfmüller ein helles, fast heiteres Licht auf den berühmten Dichter und zeichnet liebevoll und diskret einen Menschen, der in seinem letzten Jahr die große Liebe findet und sein Leben in die Hand nimmt, bevor es dafür zu spät ist.
Im Sommer 1923 lernt der tuberkulosekranke Franz Kafka, als Dichter nur Eingeweihten bekannt, in einem Ostseebad die 25-jährige Köchin Dora Diamant kennen. Und innerhalb weniger Wochen tut er, was er nicht für möglich gehalten hat: Er entscheidet sich für das Zusammenleben mit einer Frau, teilt Tisch und Bett mit Dora. In Berlin wagt er mit ihr das gemeinsame Leben, mitten in der Hyperinflation der Weimarer Republik. Den täglich kletternden Preisen, den wechselnden Untermietquartieren, den argwöhnischen Eltern zum Trotz: Bis zu seinem Tod im Juni 1924 werden sich Franz Kafka, und Dora Diamant, von wenigen Tagen abgesehen, nicht mehr trennen.
Aus dieser wahren Geschichte macht Michael Kumpfmüller einen feinsinnigen, behutsamen und kenntnisreichen Liebesroman. Kafkas Tagebücher, seine Briefe und letzten Texte kennt er genau und webt sie zart in die Erzählung ein. Aber ebenso sehr widmet er sich Doras Sicht, dem Blick der verliebten jungen Frau auf ihren rätselhaften, sterbenden Mann. Und so gelingt Kumpfmüller eine tief anrührende Parabel über das Leben und die Liebe, das Schreiben und den Tod.

  • 237 pages
  • Published August 18th 2011 by Kiepenheuer & Witsch (first published 2011)
  • ISBN 3462043269 (ISBN13: 9783462043266)

    Dora Diamant

 

 

Rezensionen:

Please rate this

Mario Vargas Llosa: Die geheimen Aufzeichnungen des Don Rigoberto (1997) 4/5 (3)

Hatte der Schüler Alfonso in „Lob der Stiefmutter“ seinen leiblichen Vater Don Rigoberto und dessen zweite Gattin Doña Lukrezia mit List und Tücke erfolgreich entzweit, so bringt der Junge in vorliegenden Roman das immer noch ineinander verliebte Paar mit Hilfe anonymer Briefe wieder zusammen.

Nachdem Don Rigoberto seine Angebetete aus dem Hause gejagt hatte, war es mit seinen geheimen Aufzeichnungen zügig vorwärtsgegangen. Diese schriftlich fixierten Phantasien, dem Leser als Wahrheiten vorgespiegelt, kreisen ausschließlich um die abwesende Doña als Lustobjekt. Manche „Wahrheit“ muss der Leser bezweifeln. Wenn zum Beispiel Don Rigoberto seine Frau zur berühmten Akademikerin – eine Jura-Professorin aus Virginia – hochstilisiert, so kann das schwerlich sein. Es bleibt aber ein lesenswertes Spiel, denn dass Doña Lukrezia einen Juristen-Kollegen verführt, kann dagegen wohl sein. Aber am Romanende wird dem Leser reiner Wein eingeschenkt. Über 400 Seiten hinweg ist er angelogen worden.

Pressestimmen

»Mario Vargas Llosa bestätigt wieder einmal sein Talent als geborener Geschichtenerzähler, der in der Lage ist, die verschiedensten literarischen Stoffe wirkungsvoll und brillant in Szene zu setzen. Ein Triumph der Imagination.« (El Pais )

Über den Autor

Mario Vargas Llosa wurde am 28. März 1936 in Arequipa (Peru) geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Bolivien, Piura (Nordperu) und Lima. Im Alter von 18 Jahren heiratete er Julia Urquidi, mit der er neun Jahre zusammenlebte. Diese Beziehung verarbeitete er später in seinem Roman Tante Julia und der Kunstschreiber. Bereits während seines Studiums der Geistes- und Rechtswissenschaften in Lima und Madrid (Promotion über Gabriel García Márquez) schrieb er für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen und veröffentlichte erste Erzählungen. 1963 erschien sein erster Roman La ciudad y los perros (dt. Die Stadt und die Hunde), der auf eigenen Erfahrungen in der Kadettenanstalt Leoncio Prado in Lima beruht. Der Roman wurde in Spanien mehrfach ausgezeichnet und in über 20 Sprachen übersetzt. Vargas Llosa war als Gastprofessor in Washington, Puerto Rico, London, New York und Cambridge tätig. 1989 bewarb er sich als Kandidat der oppositionellen Frente Democrático für die peruanischen Präsidentschaftswahlen und unterlag 1990 im zweiten Wahlgang. Daraufhin zog er sich aus der aktiven Politik zurück. Mario Vargas Llosa ist Ehrendoktor verschiedener amerikanischer und europäischer Universitäten und hielt Gastprofessuren unter anderem in Harvard (1992), Princeton (1993) und Oxford (2004). 2010 erhält er den Nobelpreis für Literatur »für seine Kartografie von Machtstrukturen und seine energischen Bilder des individuellen Widerstands, der Rebellion und Niederlage«. Heute lebt Mario Vargas Llosa mit seiner Frau Patricia in Madrid und Lima.

Please rate this

Ruth Klüger: unterwegs verloren (2008) No ratings yet.

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: ZSOLNAY-VERLAG; Auflage: 1 (20. August 2008)
  • ISBN-10: 3552054413

Der Bestseller „weiter leben“, Ruth Klügers autobiographisches Überlebensbuch, war ein beklemmendes Augenzeugnis der Konzentrationslager von Theresienstadt, Auschwitz-Birkenau, Christianstadt. Doch was kam nach dem Krieg? Aus dem dreizehnjährigen Mädchen, dem die Gaskammer nur durch einen glücklichen Zufall erspart geblieben war, wurde eine angesehene Literaturwissenschaftlerin, eine selbstbewusste Feministin und eine international ausgezeichnete Schriftstellerin. Der American Way of Life in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die komplexe Beziehung zu ihren zwei Söhnen, die unglückliche Ehe und die als Befreiung empfundene Scheidung sind Themen dieser Autobiographie. Hier erzählt eine Frau, die sich ihre Muttersprache ebenso zurückerobert wie ihre Geburtsstadt Wien, die sich mit den Verlusten, die das Altern bringt, auseinandersetzt und sich den Schatten und Visionen der Vergangenheit, aber auch denen der Gegenwart stellt.

Über den Autor
Ruth Klüger, 1931 in Wien geboren, wurde als Kind in die Konzentrationslager Theresienstadt, Auschwitz-Birkenau und Christianstadt verschleppt. Nach Ausbruch und Flucht mit ihrer Mutter und Pflegeschwester emigrierte sie in die USA, studierte Germanistik und Anglistik und lebt als Literaturwissenschaftlerin in Irvine/Kalifornien. Mit ihrer ersten literarischen Veröffentlichung, ‚weiter leben‘ fand Ruth Klüger überwältigendes Echo bei Kritik und Publikum. 2006 erhält sie den Roswitha-Preis der Stadt Gandersheim.

Siehe auch: Ruth Klüger: Flucht und Verteidigung – Debatten – Feuilleton – FAZ.NET

Please rate this

Arnold Geiger: Es geht uns gut (2005) 3/5 (1)

Philipp Erlach hat das Haus seiner Großmutter in der Wiener Vorstadt geerbt, und die Familiengeschichte, von der er definitiv nichts wissen will, sitzt ihm nun im Nacken. Arno Geiger erzählt sie, als sei sie gegenwärtig: Von Alma und Richard, die 1938 gerade Ingrid bekommen und nichts mit den Nazis zu tun haben wollen. Vom fünfzehnjährigen Peter, der 1945 mit den letzten  Hitlerjungen durch die zerbombten Straßen läuft. Von Ingrid, die mit dem Studenten Peter eine  eigene Familie gründen will, und von Philipp, dem Sohn der beiden.

Arno Geiger gelingt es, ein trauriges und komisches Jahrhundert lebendig zu machen.

  • Gebundene Ausgabe: 389 Seiten
  • Verlag: Hanser; Auflage: 1 (August 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446206507
  • ISBN-13: 978-3446206502

 

literaturkritik.de: Unsentimentale Geschichtsschreibung. Der Held aus Arno Geigers neuem Roman mistet den Dachboden seiner Großeltern aus Von Gustav Mechlenburg Erschienen am: 18.10.2005

  • Rezension: ZEIT (Verena Aufermann): Im Zentrum steht das Verheimlichte, all das, worüber man nur mit sich selbst redet. Ein beeindruckender Roman über verpasste Gelegenheiten, die Macht der Gedanken und über den großen Zwiespalt zwischen Denken und Handeln. Ein ernstes und gelungenes Buch.

Please rate this

Stadt Wien, ein Schritt zurück No ratings yet.

Schlag gegen Linux in Wien – futurezone.ORF.at

Die Stadt Wien wird ihre Open-Source-Vorzeigeinstallation 2008 auf Windows Vista migrieren. Insgesamt wird Wien rund acht Millionen Euro für die Migration seiner Systeme auf Windows Vista zahlen. Ein entsprechender Beschluss soll am Mittwoch im Gemeinderat gefasst werden.

Please rate this

Geburtstag No ratings yet.

reticon-News: Georg Kreisler wird 85

Herzlichen Glückwunsch, der Kabarettist, Musiker, Schriftsteller Georg Kreisler wird 85. Geboren wurde er am 18. Juli in Wien – nachdem er die letzten 15 Jahre zusammen mit Barbara Peters in Basel lebte, ist er Mitte des Jahres nach Salzburg gezogen.

Please rate this

Wien fördert Open Source No ratings yet.

Futurezone.ORF.at Tipps

Wien widmet sich bei der Technologieförderung künftig verstärkt dem Thema Open-Source-Software. Am 23. Juli startet ein entsprechender Förderwettbewerb namens „IKT Vienna 2007“. Das Fördervolumen liegt bei zwei Millionen Euro.

Please rate this