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Ian McEwan: Solar (2010) No ratings yet.

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Michael Beard ist Physiker – und Frauenheld. Er hat den Nobelpreis erhalten, doch ist er alles andere als nobel: Im Beruf ruht er sich auf seinen Lorbeeren aus, privat hält es ihn auf Dauer bei keiner Frau. Bis die geniale Idee eines Rivalen für Zündstoff in seinem Leben sorgt. In Ian McEwans neuem Roman geht es nicht nur um Sonnen-, sondern auch um kriminelle Energie.
Michael Beard „gehörte zu jener Sorte Männer – nicht wirklich attraktiv, meist kahl, klein, dick und klug –, die auf gewisse schöne Frauen erstaunlich anziehend wirkt. Zugute kam ihm dabei auch, dass manche Frauen ihn für ein Genie hielten, das man retten musste. Im Moment allerdings war Michael Beard nicht in bester Verfassung, lustlos, verzweifelt, nur auf eins fixiert, denn gerade ging seine fünfte Ehe in die Brüche“.
Michael Beard, 53, ist Nobelpreisträger der Physik. Doch seine besten Zeiten hat er hinter sich. Er lebt von seiner Reputation, gibt seinen Namen für Briefköpfe her, käut seine prämierte Idee in Vorträgen wieder und ergattert Fördergelder für ein politisches Prestigeprojekt: das Institut für Erneuerbare Energien. Wirklich neue Energie aber steckt er nur in den privaten Bereich: Während seiner fünften Ehe hat er es zu elf Affären gebracht. Nun aber rächt sich seine Frau und nimmt sich einen Liebhaber. Genau in dem Moment, als alles ins Wanken gerät, bietet sich ihm die Gelegenheit zu einem Coup.
Solar führt den Leser von London in die Arktis und bis nach New Mexico. Ian McEwans Roman ist eine ebenso gnadenlose wie vielschichtige Abrechnung mit der Politik, dem Wissenschaftsbetrieb – und einer Sorte Mann. Ein Buch, das den Faktor Mensch auf literarisch neue Art und Weise in die Klimarechnung einführt.

Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot (Hampshire), lebt in London. 1998 erhielt er für Amsterdam den Booker-Preis und 1999 den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung für das Gesamtwerk. Sein Roman Abbitte wurde zum Weltbestseller und mit Keira Knightley verfilmt. Er ist Mitglied der Royal Society of Literature, der Royal Society of Arts und der American Academy of Arts and Sciences.

Website von Ian McEwan »

„Zunächst einmal: Dieses Buch ist lustig. Es ist so lustig, dass stummes Grinsen bei der Lektüre nicht reichen wird. Wer also ungern laut glucksend in der U-Bahn gesehen wird, sollte Solar zu Hause lesen.“
Die Zeit

Aus dem Englischen von Werner Schmitz
Geprägtes Leinen mit Schutzumschlag, 416 Seiten

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Steve Jones: Darwins Garten (2009) 4/5 (2)

 

Jeder kennt das berühmteste naturwissenschaftliche Buch »Die Entstehung der Arten« von Charles Darwin. Diese »Weltformel des Lebens« begründete die Moderne – und doch ist Darwin unendlich viel mehr. Der Biologe Steve Jones, einer der weltweit führenden Darwin-Experten, hat nun den einzigen Ansatz gewählt, der den Naturforscher in seiner ganzen Bedeutung fassbar macht. Er erzählt die große Geschichte von Darwins Leben und seiner Idee als Geschichte von vielfältigen, zum Teil spektakulären Einzelentdeckungen. So fügen sich die botanischen, zoologischen, verhaltensbiologischen, anatomischen, gar psychologischen Beobachtungen zur wirkmächtigen Evolutionstheorie. Damit entsteht ein Gesamtbild von Darwins Kosmos, dessen Gesetze Jones durch das, was wir heute wissen, fortschreiben kann.

  • Broschiert: 160 Seiten
  • Verlag: Piper (Januar 2009)
  • Sprache: Deutsch

Über den Autor
Steve Jones, geboren 1944, ist Professor für Genetik am University College London und lehrte unter anderem in Harvard, Chicago, Sierra Leone und Adelaide. Der Darwin-Spezialist produzierte mehrere BBC-Serien zu den Themen Genetik und Evolution. Jones wird außerdem das internationale Darwin-Jahr auf der Darwin-Conference in Melbourne und am Darwin-College in Cambridge eröffnen.

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Juli Zeh: Corpus Delicti (2009) 4/5 (1)

: B Ü C H E R G I L D E | Zeh, Juli | Corpus Delicti

Juli Zeh entwirft in ihrem neuen Roman das spannende Science-Fiction-Szenario einer Gesundheitsdiktatur irgendwann im 21. Jahrhundert. Sie zeichnet ein System, das alle und alles kontrolliert. Gesundheit ist zur höchsten Bürgerpflicht geworden …

Jung, attraktiv, begabt und unabhängig: Das ist Mia Holl, eine Frau von dreißig Jahren, die sich vor einem Schwurgericht verantworten muss. Zur Last gelegt wird ihr ein Zuviel an Liebe (zu ihrem Bruder), ein Zuviel an Verstand (sie denkt naturwissenschaftlich) und ein Übermaß an geistiger Unabhängigkeit. In einer Gesellschaft, in der die Sorge um den Körper alle geistigen Werte verdrängt hat, reicht diese Innenausstattung aus, um als gefährliches Subjekt eingestuft zu werden. Mia Holl will beweisen, dass ihr Bruder, verurteilt wegen einer angeblichen Vergewaltigung, unschuldig ist. Sie gerät also in Stellung gegen das System, hier „Methode“ genannt, auch aus Liebe zu ihrem Bruder, der sich das Leben nahm.
Die „Methode“ verlangt ein festes Sportpensum ebenso wie die Abgabe von Schlaf- und Ernährungsberichten. Buchstäblich über jeden Schritt seiner Bürger ist dieser Staat informiert.

Corpus Delicti handelt von höchst aktuellen Fragen: Wie weit kann und wird der Staat individuelle Rechte einschränken? Gibt es ein Recht des Einzelnen auf Widerstand?

Juli Zehs Corpus Delicti. Ein Prozess ist ein visionäres und ungeheuer spannendes Buch über unsere Zukunft – und unsere Gegenwart.

Juli Zeh, geboren 1974 in Bonn, wurde für ihre Bücher, die inzwischen in 29 Sprachen übersetzt sind, vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Bücherpreis (2002), dem Rauriser Literaturpreis (2002), dem Hölderlin-Förderpreis (2003), dem Per Olov Enquist-Preis (2005) und zuletzt mit dem Jürgen-Bansemer-und-Ute-Nyssen-Dramatiker-Preis (2008), dem Prix Cévennes (2008) sowie dem Carl-Amery-Literaturpreis (2009).

Rezensionen: FAZ, ZEIT, Herr Larbig

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Richard Rorty: Philosophie als Kulturpolitik (2008) No ratings yet.

  • Gebundene Ausgabe: 350 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (16. April 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518584952
  • ISBN-13: 978-3518584958

Kurzbeschreibung
Mit Richard Rorty verstarb im Sommer 2007 einer der einflußreichsten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Spätestens seit seiner aufsehenerregenden Demontage des cartesianischen Selbstverständnisses der Philosophie in „Der Spiegel der Natur“ gehörte er zu den meistgelesenen Philosophen weltweit, der auch aufgrund seiner politischen Interventionen Bekanntheit erlangte. Heidegger, Wittgenstein und vor allem John Dewey waren seine Gewährsmänner, deren Einsichten er mit analytischer Brillanz für die Gegenwart fruchtbar machte. Romantische Ironie und weltbürgerliche Solidarität galten ihm mehr als philosophische Besserwisserei. Philosophie – das war für Rorty kein akademisches Fach, exklusiv zuständig für die „ersten Fragen“, sondern vielmehr eine Stimme unter vielen im großen zivilisatorischen Gespräch der Menschheit.

Philosophie als Kulturpolitik, der letzte von Rorty selbst zusammengestellte Band mit zum Teil bislang unveröffentlichten Essays, kann als sein Vermächtnis gelesen werden: Religion und Moralphilosophie, Wittgenstein und Kant, Naturalismus, romantischer Polytheismus und immer wieder die analytische Philosophie und ihre „Heilung“ durch den Pragmatismus sind die scheinbar disparaten Themen, die gleichwohl durch ein starkes Band zusammengehalten werden, nämlich die Frage nach der Rolle der Philosophie in der westlichen Kultur, genauer: Wie muß man philosophieren, um als Philosoph einen sinnvollen Beitrag zur menschlichen Kultur leisten zu können? Rortys Antwort: Man muß sich entscheiden, und zwar gegen den Elfenbeinturm und für den kulturellen Wandel durch das Gespräch – mit den Naturwissenschaften, der Kunst, der Literatur, der Religion und der Politik.

Siehe auch:

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Friedenspreis des deutschen Buchhandels für den Soziologen Wolf Lepenies No ratings yet.

wolf lepenies
Soziologie und ihre mediale Aufmerksamkeit: Wolf Lepenies erhält Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und noch einmal.

Auch ich möchte Wolf Lepenies auf diesem Wege herzlich zu diesem grossen Preis gratulieren. Lepenies war von 1984 bis 2006 Professor für Soziologie an der Freien Universität Berlin

Es berichten u.a. darüber:
WELT
FAZ
SPIEGEL
Hamburger Abendblatt

[siehe auch: Lepenies, Wolf: Die Wissenschaft braucht Werte. Am Ende des Prozesses der Säkularisierung steht fest: Auch der neue Mensch ist nur ein alter Adam. Die Wissenschaft kann die Werte nicht ersetzen. In: DIE ZEIT; und mit einiger Verspätung nun auch in der taz.]

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literaturkritik.de No ratings yet.

“Literaturvermittlung in den Medien” (LVM) heißt ein Studienschwerpunkt im Fach Deutsche Sprache und Literatur, der seit dem Wintersemester 1999/2000 an der Philipps-Universität Marburg vom Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien angeboten wird. Er vermittelt Qualifikationen, die den Zugang zur Berufspraxis vor allem in Bereichen des Verlagswesens und des Kulturjournalismus erleichtern sollen.

In institutioneller, personeller und räumlicher Verbindung mit dem Studienschwerpunkt sind Anfang 1999 das Rezensionsforum literaturkritik.de, im Sommer 1999 die Buchhandlung Kultur-Wissenschaft.de und im Sommer 2000 der Verlag LiteraturWissenschaft.de gegründet worden.

Die durch Werbung, Buchverkäufe und Lizenzvergaben erwirtschafteten Mittel dienen ausschließlich der Erhaltung und der Verbesserung des Rezensionsforums und der Förderung des Studienschwerpunktes. Wir bitten daher die Leserinnen und Leser des kostenfrei zugänglichen Rezensionsforums ausdrücklich um Unterstützung durch Bestellungen in unserer Buchhandlung bzw. bei unseren Partnern sowie vor allem durch ein Online-Abonnement unserer Angebote. Potentielle Sponsoren bitten wir, sich mit uns in Verbindung zu setzen.

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Verlag für Sozialwissenschaften No ratings yet.

Verlag Leske + Budrich im VS Verlag für Sozialwissenschaften

Seit Anfang Januar 2004 firmieren die traditionsreichen sozialwissenschaftlichen Verlage Leske + Budrich (gegründet 1974) und Westdeutscher Verlag (gegründet 1947) als Einheit unter neuem Namen: VS Verlag für Sozialwissenschaften  –
www.vs-verlag.de

Hier finden Sie vorübergehend noch die Titel aus dem Verlag Leske + Budrich. Alle anderen Titel des VS Verlag für Sozialwissenschaften sowie weitere Informationen finden Sie unter www.vs-verlag.de. Wir werden die „Baustelle“ so schnell wie möglich beseitigen und bitten um Verständnis für diese vorübergehende Zweigleisigkeit.

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